Ex-Kaupthing CEO verurteilt

by Christian on 17 Mai, 2012

Der ehemalige Chef der Kaupthing Bank Sigurður Einarsson wurde vom Bezirksgericht in Reykjavik dazu veruteilt, der Bank 550 Millionen isländische Kronen (gut 3,4 Mio Euro) zurückzuzahlen.

Sigurður hatte zu Hochzeiten des Bankenbooms ein Darlehen von 5,5 Mrd ISK (ca. 34 Mio Euro) aufgenommen, um dafür Aktien der Bank zu kaufen. Für gut 10% der Summe hatte er damals eine persönliche Bürgschaft unterschrieben (der Rest wird vermutlich über den Aktienwert abgesichert worden sein), dieses Darlehen war von der Bank wenige Tage vor dem Kollaps im Herbst 2008 abgeschrieben worden.

Das Auflösungskomittee der Bank hat diese Abschreibung später zurückgezogen und eine volle Rückzahlung der garantierten Summe gefordert. Von dieser Art Darlehen hat es damals unter den Topmanagern der verschiedenen Banken eine ganze Reihe gegeben, in allen Fällen wurden die garantierten Summen mittlerweile zurückgefordert verbunden mit der Möglichkeit, über die Rückzahlungsmodalitäten zu verhandeln.

Sigurður Einarsson hatte das stets abgelehnt, weshalb sein Fall vor Gericht gegangen ist und dort jetzt den genannten Ausgang gefunden hat. Vom Gericht wurden auch sämtliche Vermögenswerten von Sigurður Einarsson eingefroren, darunter sein Haus, sein Sommerhaus und sein Anteil von 20% an der Firma Hvítsstaðir. Das Urteil gilt als wegweisend für ähnliche noch anhängige Fälle und sorgt in Island allgemein für Zufriedenheit da Sigurður als einer der arrogantesten und gierigsten Banker gilt.

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General-Investigation Mai 19, 2012 um 16:37 Uhr

So billig kommt dieser Kerl dabei weg? Da sag noch jemand, das sich Kriminalität nicht lohnt – der hat doch seine Schäfchen längst im Trockenen!

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Christian Mai 19, 2012 um 20:15 Uhr

Das ist die Summe, für die er persönlich gebürgt hat. Der Rest der Bürgschaft ist leider wertlos – und eine strafrechtliche Würdigung des ganzen steht möglicherweise auch noch aus.

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leslie Mai 20, 2012 um 09:33 Uhr

Wenigstens ein Land dieser Welt welches diese kriminellen Bankster überhaupt bestraft.

Und Resteuropa schmeisst das Geld weiterhin in den Rachen der Banken.

Mfg

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Christian Mai 20, 2012 um 20:01 Uhr

Das ist ja keine Bestrafung. Es ist ein Wahrnehmen von Bürgschaften. Strafrechtlich wird da noch einiges kommen, der Sonderermittler zur Finanzkrise arbeitet da an zahlreichen Verfahren.

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Lundi Mai 20, 2012 um 17:03 Uhr

@ leslie: Von Bestrafung kann hier noch keine Rede sein. Aber schon mal ein Schritt in die richtige Richtung!!!
Solche Leute gehören enteignet und fortgejagt!
Wohin? Ódáðahraun natürlich! Viele Isländer wären wohl auch dafür.

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