NASA vor dem Abriß

by Christian on 20 Mai, 2012

Um den berühmten Reykjaviker Musik- und Konzertclub NASA steht es sehr schlecht: Nach aktuellen Planungen soll der Betrieb dort zum 01. Juni 2012 enden. Danach soll das Haus noch im Sommer abgerissen und durch einen Hotelneubau ersetzt werden.

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Das NASA in Reykjavik.

Nach Angaben des Eigentümers des Gebäudes, Pétur Þór Sigurðsson, ist das NASA mit seinen Mietzahlungen weit im Rückstand, er habe sich mit der Managerin des Clubs getroffen um die Situation zu erörtern. Er habe allerdings den Mietvertrag bisher nicht gekündigt und ihr Zeit bis zum 01. Juni gegeben, die Situation zu lösen.

In diesem Zustand besteht dieses Problem nun seit einigen Wochen, nachdem eine Lösung jetzt aber sehr schnell gefunden werden muss, melden sich zunehmend prominente Musiker zu Wort. Einer von ihnen ist Páll Óskar, für den das NASA quasi der Hausclub ist. Zusammen mit anderen forderte er ein Eingreifen der Stadt um den Club und den historischen Bau zu erhalten.

Seinen Worten zufolge bringen die Rocktouristen, die das NASA in grossen Mengen besuchen eine Menge Geld in die Stadt, so das ein Kauf oder die Miete des Gebäudes durch die Stadt nur ein logischer Schritt sei. Zusätzlich sollte das Architekturkomittee das Gebäude in seiner jetzigen Form unter Schutz stellen.

Das NASA ist einer der grössten und bekanntesten Clubs in Reykjavik, und auch einer der ältesten, gegründet wurde es 2001. Würde es jetzt seine Tore schliessen, hätte auch das Iceland Airwaves Festival ein großes Problem, da in jedem Jahr gut 20% der Konzerte des Festivals im NASA stattfinden. Wie ein Ausfall da zu verkraften wäre, ist nicht abzusehen. Insgesamt bleibt zu hoffen, das es allen Beteiligten gelingt, eine Lösung zu finden, die es ermöglicht, das NASA an seinem jetzigen Standort zu erhalten, da der kulturelle Verlust für die Stadt nicht unerheblich wäre. Hotels gibt es dagegen bereits jetzt reichlich.

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Ariane Mai 24, 2012 um 21:02 Uhr

Warum muss alles immer durch neumodischen Mist ersetzt werden? So ein Gebäude hat wesentlich mehr Charme als ein neumodisches Hotel!

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Nicole und Thomas Juni 2, 2012 um 20:15 Uhr

Aloha RVK,

wir waren gerade erst in RVK und sind bestürzt, dass jetzt auch in RVK das Clubsterben um sich greift. Aber sonst sind RVK und Island großartig und absolut eine Reise wert.
Apropos Clubsterben, im Zuge der „Neustrukturierung“ der Reeperbahn in Hamburg wird es jetzt wohl leider auch das Molotow „erwischen“, wo u.a. so kleine unbekannte Bands wie Mando Diao, Maximo Park, The White Stripes, The Killers oder Gossip ihre ersten Shows in Hamburg spielten.

http://www.clubkinder.de/stadtgeschehen/stadtgeschehen-artikel-details/article/das-ende-der-reeperbahn.html

Vielen Dank für deinen informativen und hilfreichen Blog und die wundervollen Fotos für alle Neu-Isländer, wie wir es auch mal waren ;-)

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