Island und der Tourismus

by Christian on 14 November, 2012

Für Island hat sich der Tourismus neben Fischfang und -export und der Aluminiumverhüttung zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige entwickelt und erzeugt einen erheblichen Anteil an den Staatseinnahmen. Diese Entwicklung erzeugt neben den positiven Seiten (Einnahmen, Arbeit) auch Probleme und das sorgt zunehmend für Diskussionen.

Der Tourismus boomt seit einigen Jahren mit hohen Zuwachsraten, so haben in diesem Jahr bis Ende Oktober gut 582.000 Touristen die Insel besucht, im gleichen Zeitraum 2011 waren es etwa 470.000. Das stellt über das Jahr gerechnet einen Zuwachs um gut 23% dar und übertrifft so noch die Zuwachsraten der Vorjahre. Um die Zahl in einen Zusammenhang zu setzen: Auf Island selber wohnen gut 320.000 Menschen.

Um auf diese Zahlen zu kommen, braucht es eine Menge Infrastruktur, wer in den letzten Jahren aufmerksam durch Reykjavik gegangen ist, dem werden die zahlreichen neuen Hotels und Pensionen kaum entgangen sein, die mehr oder weniger aus dem Boden geschossen sind. Auch im Land gibt es heutzutage erheblich mehr Unterkunftsmöglichkeiten als noch vor einigen Jahren, gefühlt bekommt man heute in Südisland nahezu auf jedem Bauernhof eine Unterkunft.

Insgesamt ist diese Fortentwicklung für Island eine gute Chance, mehr als ein wirtschaftliches Standbein zu entwickeln (außer dem bereits erwähnten Fischfang und der stark konjunkturabhängigen Aluminiumbranche), der Ausbau des Tourismus als Folge der offensichtlich sehr erfolgreichen Imagekampagne für den Tourismus läuft aber weitgehend unreguliert hin zum Massentourismus.

Als Folge kommen sehr viele Leute für „Abenteuerurlaub“ ins Land, die sich dann in Situationen begeben, deren Folgen sie nicht oder nur falsch einschätzen. So ist im letzten Jahr die Zahl der Einsätze der Landsbjörg (des ehrenamtlichen isländischen Rettungsdienstes) für Touristen um gut 60% (im Vergleich zum Vorjahr) angestiegen. Letztes Beispiel für derartige Fehleinschätzungen waren deutsche Urlauber, die Ende Oktober mit ihrem SUV auf die bereits deutlich als unpassierbar markierte (Kette und Schild) Sprengisandur gefahren und dann letztendlich in einer Schneewehe steckengeblieben sind und Hilfe benötigen.

Auch an den klassischen Touristenzielen in Island (Geysir, Gullfoss, Seljalandsfoss, Skogarfoss, Landmannalaugar) nimmt die Zahl der Touristen derartige Ausmaße an, das die für die Landschaft bedrohlich wird. So soll am Skogarfoss eine neue Treppe inklusive Aussichtsplattform gebaut werden um die Besucher in geordnete Bahnen zu lenken und zu verhindern, das hier weiter wild im Gelände herumgelaufen wird.

In Geysir diskutierten die Landbesitzer (das Geothermalgebiet befindet sich im Besitz des Staates, das Land drumherum aber nicht) weitere Entwicklungsmöglichkeiten bis hin zu einem Eintritt für das Gelände. Laut Meinungsumfragen wäre eine überwiegender Anteil der Besucher bereit, Eintritt zu zahlen, wenn dieser der Entwicklung und dem Schutz des Geländes zugute käme.

Das mit dem Tourismus Geld zu verdienen ist, hat auch die isländische Regierung erkannt und in ihrem Investmentplan 2013-2015 die Förderung der Filmindustrie (auch hier ist Island ausgesprochen populär) und des Tourismus beschlossen. Das Ziel hier ist, neue Arbeitsplätze zu schaffen und gleichzeitig den Tourismus nachhaltiger werden zu lassen. Gleichzeitig hat die Regierung aber auch die Mehrwertsteuer auf Übernachtungen erhöht, so sind statt 7% demnächst der normale Satz von 25,5% zu zahlen. Der ermäßigte Satz war zur Förderung des Tourismus eingeführt worden.

Kritik an der starken Zunahme des Tourismus und seinen Folgen kommt nicht nur von Umweltverbänden, auch Politiker wie der Parlamentsabgeordnete Þór Saari äußern sich kritisch. Hier wirkt Island ein wenig so wie der Zauberlehrling, der noch nicht so recht weiß, wie er mit den Geistern umgehen soll, die er selber rief.

Aktuell befindet sich hier viel in Bewegung und ich hoffe doch stark, das sich die Verantwortlichen besinnen, die aktuellen Entwicklungen zu lenken und zu moderieren bevor ein Zustand eingetreten ist, der sich nicht mehr rückgängig machen lässt. Island ist und bleibt ein Land, das sehr sehenswert ist und in dem es immer noch Spass macht zu reisen.

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Sabine November 14, 2012 um 15:46 Uhr

dann darf man aber auch keine party am vulkan unterstützen

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Margit Mezger November 14, 2012 um 19:39 Uhr

Die Gier der Menschen ist unermesslich,
es sind gefräßige totbringende Parasiten, keine Symbionten, sie zerstören alles, was ihnen vor den Füßen liegt! Arschlöcher, die weiter trampeln, ihr Exzesse ausleben, ihrem Egotrip freien Lauf lassen, … wie soll ich noch schimpfen? Es gibt keine Worte mehr dafür! Es gibt keinen Rest Natur mehr – den wir schon nicht zertrampelt, besnowboardet, beabenteuerlicht hätten – einzäunen, Geld verlangen … pff, das ist das AUS vom Anfang, der Anfang vom ENDE.
Island hat seither anders funktioniert. Ich liebe dieses Land. Von der Ferne. (Wenn ich dort bin, benehme ich mich)
Scheiße, scheiße, scheiße.

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Sabine November 14, 2012 um 20:57 Uhr

ja, aber entweder will man die Touristen oder nicht. für mich hört sich das so an, dass man dann nur noch die „Zahlenden“ will und der Eintritt in der Blauen Lagune ist bereits für solche.

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Christian November 14, 2012 um 21:18 Uhr

Natürlich will man Touristen. Und zahlen tun sie auch alle, wie sollten sie sonst ins Land kommen, sich dort fortbewegen oder etwas essen?

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Stefan November 15, 2012 um 08:52 Uhr

Mir war das bereits letztes Jahr aufgefallen, bei meiner letzten Islandreise, dass bereits wesentlich mehr Reisende unterwegs waren, als bei meinen vorherigen Reisen.
Es war aber trotzdem immer noch so, wenn du dich etwas von den „Hotspots“ wegbewegt hast, dann begegnete man teilweise den ganzen Tag keinem anderen Menschen.

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Sabine November 15, 2012 um 10:15 Uhr

so habe ich das nicht gemeint. ich habe island sehr lieb gewonnen, schätze die menschen dort und geniesse vorallem die orte an denen es ruhig und nicht so überlaufen ist. ich bezahle auch meinen mietwagen, mein essen, meine unterkünfte… ich befürchte eben, dass es zur „abzocke“ wird .
massentourismus ist nicht schön.
andere länder verlangen gebührem für ihre nationalparks

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Andrej November 15, 2012 um 10:40 Uhr

Moin Christian, bevor ich mich hier verewige: Danke für Deinen Blog!
Zum Thema: jo, das ist mir auch aufgefallen. zum ersten Mal vor zwei Jahren, gleich am Flughafen. so viele (andere) Touristen ;) hatte ich da und um diese Uhrzeit noch nie gesehen. Hoffentlich ziehen die Preise wieder richtig an, das wird der Natur vermutlich am ehesten helfen. Massentourismus, der einem höchst fragilen Öko-System nicht dauerhaft schadet, habe ich noch nirgendwo auf der Welt gesehen. Leider.

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Antje November 15, 2012 um 18:14 Uhr

Hi Christian, danke für deinen Artikel.
Mir ist diesen Sommer auch aufgefallen, dass es extrem voll ist. In Reykjavik schoben sich die Touris durch die Straßen (Mitte August), im Hochland beim Wandern geht es zu wie am Samstag in der Fußgängerzone, an den Hauptsehenswürdigkeiten ist es total überlaufen. Liegt sicher daran, dass Island heute nicht mehr so teuer ist und sind vielleicht auch noch die Spätfolgen des Vulkanausbruchs.
Vor 8 Jahren bei meinem ersten Besuch war es noch ganz anders. Ich kann gut verstehen, wenn Island mit dem Tourismus Geld verdienen möchte, ich bin ja auch Touristin. Aber dabei müssen das Land und die Menschen aufpassen, dass sie sich nicht verkaufen und sie nicht das Besondere verlieren, das diese wunderbare Insel ausmacht.
Hinzu kommen auch massive Eingriffe in die Natur (z.B. zur Energiegewinnung im Hochland etc.) Das geht nur ein paar Jahre gut, dann wird das Land unattraktiv, weil die Natur, die ja der Hauptanziehungspunkt ist, nicht mehr da ist.
Im übrigen danke für den Blog, lese ich immer wieder gerne.

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Stefan November 15, 2012 um 21:35 Uhr

Ich gebe es zu, daß ich den BSÍ besser kenne als meinen heimischen Busbahnhof und mittlerweile komme ich nicht mehr nur noch einmal jährlich…
Aber den Massentourismus sehe ich auch mit sehr gemischten Gefühlen. Ohne Touris gibt es bspw. kein Bootshuttle nach Hornvík und es ist auch schön im Februar nicht zelten zu müssen, da man doch an vielen Orten B&B bekommt. Geysir, Gullfoss habe ich schon lange nicht mehr im Sommer besucht, mittlerweile sind diese Plätze aber schon im Winter überfüllt.
Klar, ich kann nicht allen Ernstes verlangen, daß „mein Ísland“ nicht so von Touristen überschwemmt wird, bin ja selber einer.
Aber ich frage mich, wielange noch ein Wachstum möglich ist, ohne den besonderen Reiz des Landes irreperabel zu zerstören. Es gibt immer noch viele Plätze an denen man lange unterwegs sein kann, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Aber der Druck der Masse wird auch diese Orte erschliessen und die nötigen Maßnahmen zum Umweltschutz entfremden die vorher so magischen Orte für mich. Daß man große Mengen an Besuchern nicht auf kleinsten Trampelpfaden durch subarktische Vegetation leiten kann, ohne daß diese empfindlichst darunter leidet, ist mir nur zu sehr bewusst. Aber, müssen es unbedingt diese Massen sein? Fast wünsche ich mir die Krone wieder so stark wie vor 2007.
Grüße
Stefan

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Marianne November 15, 2012 um 23:12 Uhr

Ich fahre seit 1997 regelmäßig nach Island. Ja, der Tourismus hat in den letzen Jahren nach der Krise schon sehr zugenommen, aber man muss ja auch nicht im Juli oder August reisen. Ich fahre inzwischen Ende Mai/ Anfang Juni und dann ist die Insel natürlich nicht überlaufen. Die Vögel, die mich sehr interessieren sind noch nicht wieder auf dem Meer, sondern an Land. :-)
Zum Geysir etc. fahre ich schon lange nicht mehr. (Ein Kind sagte dort von geraumer Zeit: „Mutti, ist das schon alles?“)
Und schlussendlich, Island braucht den Tourismus nach dem Finanzdebakel; ich bin mir sicher, die Isländer werden ihre Insel „nicht verderben“.

Marianne

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Gregor November 16, 2012 um 10:15 Uhr

Christin DANKE für deinen tollen Blog – bitte weiter so!!
Mein erster Aufenthalt auf Island war im August 1978. Ich war mit einer Gruppe Jungs mit Rucksack und Zelt unterwegs. Am Gullfoss haben wir drei Tage gezeltet und kaum einen anderen Menschen gesehen – die Nächte waren traumhaft – so einsam an diesem einzigartigen Naturschauspiel. Dieses Jahr war ich wieder da (Anfang Juni) und ab 10 Uhr rollten die Jeeps und Busse ein. Hunderte von Touristen, die schier sinnlos an den Wasserfall laufen, „schnell“ ein paar Fotos schießen, sich in den „warmen“ Bus verziehen und dann wieder Platz schaffen für den nächsten Schub!
Ich glaube auch, dass es sich (leider) nur über die Preise regeln lässt (andere empfindliche Regionen leben es vor). Pauschal- und Incentive-Touristen besitzen keinen Respekt vor der Natur!
Ich wünsche den Isländern ein glückliches Händchen und dass sie nicht wieder einen großen Fehler für ihr einzigartiges Land entscheiden.

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Gaby Klüber November 16, 2012 um 15:55 Uhr

Handel treiben die Menschen schon seitdem sie da sind.Er ist ein bestandteil des Lebens.Grade auf einer Insel.
Wenn immer mehr Touristen kommen muß auch immer mehr Aufwand betrieben werden um die Natur zu schützen,und das kostet Geld.Und ganz natürlich müssen sich die Isländer auch was einfallen lassen um ihre Wirtschaft aufrecht zu erhalten.
Warum nicht ein wenig mehr zahlen,um das Land zu erhalten.
Ach ich möchte gerne einmal dieses wunderschöne raue Land besuchen,wenigstens einmal im Leben.Und mit Sicherheit möchte ich keine Pauschalreise mit dem warmen Bus im Hintern haben ;-),wenn dann möchte ich dahin um das Land zu sehen so wie es ist.Und wenn ich etwas mehr dafür zahlen muß,damit alles auch weiterhin erhalten bleibt,trotz Touris,na dann ist ist das so.
lg Gaby

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Stefan November 17, 2012 um 07:02 Uhr

Eben habe ich mir noch einen Beitrag im RÚV angeschaut, der davon sprach daß aktuell im Mývatnsgebiet die Hotelzimmer ausgebucht sind. Die drehen gerade für den Film „Game of thrones“. Im begleitenden Film zeigten diese auch eine beeindruckende Reihe an abgestellten Autos und einige Installationen zum Film. Erst im Sommer haben sich ja auch andere „Stars“ in Ísland versucht und bisweilen große Teile abgesperrt (z.B. Hrossaborg nahe Mývatn). Man bekommt so den Eindruck, daß auf allen Varianten versucht wird Ísland zu verkaufen. Diese Entwicklung läuft in meinen Augen nicht mehr allzu langsam aus dem Ruder…

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Ulla November 17, 2012 um 10:07 Uhr

Danke für den Bericht verbunden mit der Hoffnung, dass die Isländer aus ihrer schönen Insel kein Disneyland machen. An manchen Orten fehlt dazu nicht mehr viel!

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Margit Mezger November 18, 2012 um 16:29 Uhr

Bin froh, dass doch einige das auch so kritisch sehen.
Der Massentourismus rollt ja schon an, i s t in vollem Gange.
Doch, natürlich geht es nur über Geld! Wer redet da von „Abzocke“, wenn ein paar geile Touristen sich an der Natur belustigen? Die sollten viel mehr zahlen.
Aber, dass diese Entwicklung jetzt überhaupt so ihren Lauf nimmt,
das ist wie schon gesagt, der Anfang vom Ende. Björks Video ist mal wieder ergreifend. Super.
Ich kuschle mich jetzt in meinen Island-Pullover, esse zum Nachtisch einen „Hraun“ … und hoffe.
Margit

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Alexandra Hofbauer November 18, 2012 um 19:17 Uhr

hi,
allso jetzt muss ich doch auch einen kommentar abgeben. Ich bin Deutsche und lebe seit 2005 hier in Island, und habe auch die ganzen jahre immer im Tourismus gearbeitet, und habe deswegen die Entwicklung an eigener Haut erlebt. Da durch das ich aber auch BWL während der Krise studiert habe, habe ich auch die andere seite gesehen. Und ich bin der meinung das man den Tourismus fördern sollte und gleichzeitig das Land schützen sollte. Bei den vielen Arbeitslosen in Island jetzt wir der Tourismus arbeitsplätze schaffen und auch die Projekte die zum erhalt der Natur gefördert werden. Alle diese zweigen können nur positiv für die Menschen und die Natur in Island werden. Meiner Meinung haben hier einige läute nur angst vor veränderungen und denken nur an sich selbst und das was an ihrem bevorzugten Urlaubsland vielleicht verloren gehen könnte. Keiner sieht die positiven auswirkungen die es für Island und seine wirtschaft hat.
Alexandra

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Margit Mezger November 19, 2012 um 07:43 Uhr

So ein Blösinn, Frau Hofbauer! Weder steckt da eine Angst vor Veränderungen dahinter (nach meinem Studium und 2. Staatsexamen war ich selbst 1 /2 Jahr arbeitslos, habe gejobbt beim Wiener Wald, Treppen geputzt, Klos geputzt ein einhalb Jahre lang, mich hochgearbeitet zur Sekretärin in der Uni-Klinik in Freiburg. Dann nach unzähligen Bewerbungen im Jahr 2000 eine Stelle an der Hauptschule als Lehrerin- fernab von Freunden, Eltern und Verwandten bekommen. Also, hören Sie auf mit solchen Pauschalitäten!)
– noch denke ich an mich selbst und an Verluste in meinem bevorzugten Urlaubsland. Ja, Sie denken an die positiven Auswirkungen der W I R T S C H A F T in Island, klar Sie haben BWL studiert… jetzt sehen Sie vor allem diese Seite.
Es bedüfte keiner Projekte – an denen Leute wie Sie dann wieder Geld verdienen – zur Erhaltung der Natur, wenn sich einige von dort einfach davonschleichen würden!

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Alexandra Hofbauer November 19, 2012 um 17:53 Uhr

Also erstmal möchte ich sie doch darauf hinweisen, dass sie weder mich noch meine personalität oder meinen Lebensumstände kennen, und deswegen ist es ein schlechtes argument mich in eine schublade zu schieben.

Dann möchte ich auch sagen das sie in Deutschland leben, sie wissen nich wie es hier ist, sie sehen die natur die seite die Island ihnen zeigt. Aber sie sehen nicht das land das nach der Writschaftskrise sehr stark gebeutelt wurde. Sie sehen nicht das es Familien gibt die nicht wissen wie sie das Essen, Klamotten usw. für ihre Kinder bezahlen sollten. Es gibt hier Familien die ihren Kindern nichts zu Weihnachten schenken können. Touristen wie sie die nur über den Erhalt der natur denken, wollen wahrscheinlich auch noch das die Isländer noch in Torfhäusern leben, nur damit sie ihren Abenteuerurlaub haben. Aber ich muss sie leider aufwecken wir leben im 21. Jahrhundert und auch island ist ein land das letztendlich vortschritt gemacht hat. Und ich bin stolz auf die Isländer das sie nicht die gleichen Fehler machen wie vor der Wirtschaftskrise, sondern im Tourismus und gleichzeitig im Naturschutz eine möglichkeit sehen und ergreifen um es island und seinen Bewohnern es wirtschaftlicher wieder besser gehen zu lassen. Es geht hier gott sei dank nicht um leute wie sie sondern um die Bewohner hier in island.
Ganz abgesehen sind es die Touristen die auf eigene Faust die Insel erkunden die die Natur kaputt machen weil sie überall herumtrampeln müssen und mit ihren jeeps überall herumfahren müssen. So gesehen sind mir die pauschaltouristen die von einer Sehenswürdigkeit zur anderen fahren und nur auf befestigten Pfaden bleiben, doch lieber, weil die machen nicht so viel kaputt und die bringen sich nicht in gefahr so das man sie teilweise unter einsatz seines eigenen Lebens retten muss.
Also liebe Frau Mezger ich denke sie sollten ihre engstirningkeit aufgeben und sich beideseiten anschauen und an die Bevölkerung in Island denken als an sich selbst. Weil so leid es mir auch tut es geht nicht um SIE
Alexandra

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Ulf Fiederling November 20, 2012 um 12:58 Uhr

Na ja Frau Hofbauer, das ist doch wohl reine Pauschalschimpfe.
Wenn ich mit meinem Sohn mit zwei Enduros wie dieses Jahr 6 Wochen auf Island unterwegs war, hüten wir uns irgendwo abseits der offiziellen Pisten zu fahren. Des weiteren halten wir uns an vorhande Absperrungen und wir sind keine kleinen Kinder mehr die „herumtrampeln“. Die Geländefahrzeuge die wir gesehen haben, die wirklich offroad abseits der Pisten unterwegs waren, waren AUSSCHLIESSLICH Isländer. Und was für ein Land soll Island werden, wenn man es nicht auf eigene Faust erkunden kann, sondern nur in einer Herde von Pauschaltouristen. Ich glaube die Individualtouristen machen nach wie vor einen großen Teil der „zahlenden“ Besucher aus. Trauen Sie diesen einen verantwortungsvollen Umgang mit der empfindlichen Natur nicht zu? Wenn mir wie in diesem Sommer z.B. auf der F88 zur Askja ein isländischer Hochlandbus mit Pauschaltouristen mit geschätzen 80km/h entgegenkommt, der es nicht nötig hat für einen Motorradfahrer auch nur abzubremsen, dann steht es mir bis zum Hals. Ich vermute der Fahrer hatte etwa Ihre Einstellung.

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leslie November 20, 2012 um 01:11 Uhr

´´und der stark konjunkturabhängigen Aluminiumbranche´´

Da braucht ihr euch keine Sorgen zu machen. ;-)

Neue Beleuchtung braucht ne Menge Alu zum kühlen.
http://www.led-tech.de/de/index.html

In meiner Wohnung brennt nix anderes mehr,und da sind schon einige Kilo Alu zusammengekommen.

Mfg

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Ariane November 20, 2012 um 15:38 Uhr

(Bin heute nicht mehr fähig mir alle Kommentare durchzulesen)

Ich finde, es ist nicht zuviel verlangt, wenn die Leute, die Island besuchen, um es kennenzulernen sich ein wenig respektvoll gegenüber der dortigen Natur benimmt.

Ich kann nicht verstehen, dass manche Mensche sich ständig so benehmen, als würde ihnen die Welt gehören und für sie keine Regeln gelten – noch nicht einmal wenn es um ihre eigene Sicherheit geht.

Warum sind wohl Wege/Straßen im Winter gesperrt? Natürlich nicht, weil die Isländer das so komisch finden, den Touristen die Tour zu versauen, sondern weil sie wohl WISSEN, dass mit den Wetterverhältnissen nicht zu spaßen ist.

Und ganz ehrlich, wenn jemand so unsagbar dumm ist und trotz eindeutig sichtbarer Sperrung trotzdem eine Straße benutzt, sind sie selber schuld. Ich hoffe sie mussten lange frieren, bevor sie jemand gefunden hat!

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Alexandra Hofbauer November 20, 2012 um 15:41 Uhr

Naja wenn sie sich angesprochen fühlen müssen sie sich wohl auch ein bischen schuldig fühlen.
Ich hatte auch nicht von allen touristen gesprochen, sondern nur von manchen. Und nein ich traue nicht allen Touristen den verantwortungsvollen umgang mit der Natur zu. Weil alls ich 2005 nach Island kam, war island anders, ist vielleicht der richtige ausdruck. Nachdem aber immer mehr touristen auch auf eigene Faust ins land kamen habe ich bei meienen Ritten und fahrten durch das land wesentlich mehr Müll herumliegen sehen als vor knapp sieben jahren. Und die leute die in den letzten jahren von dem isländischen freiwilligen Rettungsteam umsonst unter einsatz teilweise des lebens der Retter, waren alle Ausländer.
Also nein ist meine Antwort, ich traue das nicht allen zu

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Ulf Fiederling November 21, 2012 um 07:16 Uhr

Hallo Frau Hofbauer, das ist eine dumme Unterstellung. Ich fühle mich nicht von Ihren Pauschalierungen angesprochen weder fühle ich mich schuldig. Ich pflege einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Weiterhin ist es auch mit dem Motorrad kein Problem seinen Müll mitzunehmen und ordnungsgemäss zu entsorgen. Sogar für den Notfall (das „große Geschäft“ in freier Natur) habe ich immer eine kleine Schaufel dabei um keinen Scheißhaufen mit Papier dekoriert zu hinterlassen. Was Sie weiterhin sagen ist auch schlichtweg falsch, denn vor einigen Jahren waren es zum Großteil Individualtouristen die Island besuchten. Der Tourismusboom in letzter Zeit ist vor allem auf eine starke Zunahme der Pauschalreisen zurückzuführen. Und diese haben wohl eher eine „nach uns die Sintflut“ Mentalität, weil sie dieses schöne Land meistens nur einmal besuchen.
Was die SAR Einsätze betrifft, Je mehr unerfahrene Touristen ins Land gelockt werden, desto mehr Unfälle, das ist reine Statistik. @Ariane: Und was Strassensperrungen im Winter betrifft: die Islander scheren sich darum nicht, laut Aussage des Hüttenwirts von Hveravellir ist da Weihnachten und Silvester einiges los. Und: Mit Hubschraubern und Fallschirmen kommen all die Leute nicht, sondern mit ihren Superjeeps. Und zum Schluss: Nein ich traue auch nicht allen ISLÄNDERN das zu, „this is our country, we do what we want“ (öfters gehört).

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Christian November 21, 2012 um 08:23 Uhr

So schön ich es finde, das ein Artikel mal diskutiert wird, ich bitte doch darum, die Emotionen ein wenig herunterzuschrauben und die Regeln eines vernünftigen Umgangs miteinander zu beachten. Sollte das nicht funktionieren, werde ich anfangen, Kommentare gflls. zu moderieren.
@Ulf: Die Strassen sind im Winter auch nicht gesperrt, sie sind als unpassierbar markiert. Das heisst, das sie nach wie vor von jedem, der über passende Ausrüstung und Erfahrung verfügt, befahren werden dürfen. Im Frühjahr sind sie hingegen explizit gesperrt, um am auftauenden Boden Schäden durch die Befahrung zu vermeiden (oder wie es ein Bekannter mal ausdrückte „um zu vermeiden, das die Leute bis zum Aussenspiegel im Schlamm versinken“.

Margit Mezger November 21, 2012 um 13:35 Uhr

Ich war noch nie mit dem Jeep oder Auto unterwegs! Weder hier, noch auf Island. Es ist gegen meine Vorstellungen.
Ich habe auch noch nie „Abenteuerurlaub“ gemacht. 2006 war ich mit einer Wandergruppe unterwegs für 10 Tage. Danach noch 2x in Reykjavik – Tagestouren mit dem Bus. Mehr nicht.
Sie überschätzen also meinen Tourismuswahn! Eben, es geht nicht um mich, und deshalb möchte ich die Einheimischen auch nicht in irgendwelche Torfhütten verbannen, sondern wünsche allen Isländern den nötigen Wohlstand gepaart mit dem größtmöglichen Erhalt der Natur!

In Köln fahre ich – so viel es geht – mit dem Fahrrad.

Ich legte ein Teil meines Lebens – meine Umstände – hier offen, Sie, Frau Hofbauer, n i c h t.
Auch hier in Köln gibt es Kinder, die seit 1 1/2 Jahren mit derselben Hose zur Schule kommen, keine Turnsachen haben, kein Büchergeld bezahlen können, im Container leben.
Ich interessiere mich für Island seit der Wirtschaftskrise – zufällig oder nicht – es ist ein „Musterländle“, weil es eben mehr oder weniger alleine schafft auf die Beine zu kommen.
Liebe Grüße an Herrn Fiederling
Margit Mezger

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martin November 21, 2012 um 18:13 Uhr

Als Tourist aus dem letzten Jahrtausend finde ich es bemerkenswert, dass der Wandel erst nach der Krise stattgefunden haben soll!
Als ich nach der Ansteckung mit dem Islandvirus 1999 im folgenden Jahr sofort wieder eine Rundfahrt um die Insel unternommen habe war ich schon schwer erschüttert: 99 stand ich noch oben in Asbyrgi und blickte auf 2 völlig natürliche Strudelbecken und war vom Vogel“lärm“ mehr als beeindruckt, als ich 2000 dort von unten herankam war die Plattform mitten in den See gebaut und echter Lärm kam vom Sportplatz. Ähnliche Plattform bei Osar und viele weitere Punkte wie: Münzen in der Spalte in Thingvellir!!! Welch ein Frevel an der Natur.
Auf unserer Hochzeitsreise im März 02 hatte ich in einem Hotel mit Isländern eine Diskussion um die Veränderung. Es wurde von einem Abgewunken und gesagt, man müsse die Highlights, die ohnehin nicht von Einheimischen besucht würden, opfern, aber der Rest ist so groß, der würde so bleiben. Leider nicht:
Letztes Jahr waren die ehemaligen Schotterpisten nach Dyrholaey und am Gulfoss vorbei in Richtung Hveravellir asphaliert. Selbstverständlich sollen die Einheimischen ihre Straßen zur Schonung ihrer Autos asphaltieren dürfen (sie werden schon merken, dass der Erhalt der Straßen dadurch wesentlich teurer wird). Auch ist es mehr als verständlich, dass der Tourismus gefördert wird. Davon können viele gut Leben und das sollen sie auch.
Leider wird dabei die Grundlage dieses einmaligen Landes durch den Massenzustrom vernichtet. Dabei wäre die Masse nicht das ganz große Problem. Es sind diejenigen in der Masse, die nicht auf den ausgetretenen Pfaden gehen können, sondern unbedingt für das ultimative Foto mit der Handykamera (!) 10m abseits dahertrampeln und sich über jegliche Absperrung hinwegsetzen, als ob nichts gewesen wäre. Dijenigen, die ihre Zigarettenkippen achtlos in Richtung Papageientauchern schnippsen.
Diesen ist leider nur mit drakonischen Mitteln über den eigenen Geldbeutel zu begegnen. Ich hatte hier in einem früheren Kommentar schon einmal auf Singapurianische Strafen als Vorbild hingewiesen. Ich halte gar nichts davon die Allgemeinheit unter Generalverdacht mit zu verurteilen und zur Kasse zu bitten.
Möge die jetzt entfachte Diskussion die Richtigen erreichen und das Ruder noch einmal zu Gunsten der Natur herumreißen (die Hoffnung stirbt zuletzt).
Für einen, der noch am Seljalandsfoss auf einem kleinen ausgetretenen Schafspfad herumgelaufen war, sind die Spuren der Zerstörung unter der jetzt notwendigen Stahlgittertreppe mehr als erschütternd und dies nach nur einem Jahrzehnt!

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Christian November 21, 2012 um 20:05 Uhr

Die Entwicklung hat sich in den letzten Jahren schon ziemlich beschleunigt – auch befeuert durch die hohen Touristenzahlen. Laufen tut das schon deutlich länger und nicht jede asphaltierte Strasse hat etwas mit Touristen zu tun – das erhöht auch für die Isländer die Verkehrssicherheit und den Komfort.

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Ulf Fiederling November 21, 2012 um 14:03 Uhr

@Christian,
Du hast natürlich recht wie ein Blick auf die Strassenzustandskarte zeigt.
Und sorry für den vielleicht zu emotionalen Ton meinerseits. Ich kann es nur weder hier noch sonst wo ertragen wenn jemand so pauschal urteilt und seine Meinung als die einzig wahre ansieht. Dass ich dann nicht meinen Mund halten kann hat mir schon manchen Ärger bereitet, aber damit muss man halt leben wenn man seine Meinung nicht für sich behält.

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Christian November 21, 2012 um 15:05 Uhr

@Ulf: War nur eine Bemerkung, dieser Unterschied ist nicht allen bewusst.

Der Hinweis zum Tonfall galt übrigens allen Kommentatoren, einzelne Personen würde ich so anschreiben.

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