rätselhaftes Heringsterben in Island

by Christian on 25 Februar, 2013

Im isländischen Kolgrafafjörður der auf der Halbinsel Snæfellsnes zwischen den Orten Grundarfjörður und Stykkishólmur liegt, ist es zum wiederholten Mal zu einem grossen Heringssterben gekommen.

Beim ersten Ereignis im Dezember 2012 verendeten geschätzt 30.000 Tonnen Hering im Fjord, beim zweiten im Januar weitere 20.000 Tonnen. Nach Angaben von Biologen sind die angeschwemmten Heringe Teil eines riesigen, ungefähr 300.000 Tonnen grossen Heringsschwarmes, der sich im Kolgrafafjörður sein Winterquartier gesucht hatte. Durch die vielen Fische wurde dann der Sauerstoff im Fjord zu knapp und Teile verendeten.

Als Grund dafür gilt ein 2004 neu gebauter Strassendamm mit Brücke, die in den Fjord hinein gebaut worden sind um den Weg um den Fjord herum abzukürzen. Biologen vermuten, das der Wasseraustausch durch die relativ schmale Brückenöffnung behindert ist und bei manchen sehr ruhigen Wetterlagen nicht ausreichend frisches, sauerstoffhaltiges Wasser in den Fjord strömen kann. Kommt dann noch eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Verbrauchern hinzu, kommt es zur Katastrophe.

Waren die Heringe zunächst ein Festmahl für die Vögel der Umgebung, beginnen die Kadaver jetzt bestialisch zu stinken und biologische Probleme zu machen. Zum einen wird das Fett aus den Heringen freigesetzt, was dann auf dem Wasser schwimmt und die Vögel gefährdet zum anderen verbraucht das verrotten der Kadaver zusätzlichen Sauerstoff.

Die isländische Regierung wollte die Kadaver zunächst an Ort und Stelle natürlich verrotten lassen, gegen diesen Plan haben aber die Anwohner der Gegend heftig protestiert. So werden die Fische jetzt eingesammelt, was damit passieren wird, ist aber unklar. Auch wirtschaftlich ist diese Anlandung, die sich auch weiterhin wiederholen kann, bedeutsam. So entspricht die an Land gespülte Menge an Fischen etwa der jährlichen isländischen Heringsquote, Fischer befürchten jetzt schwache Fänge von Hering für diese Saison.

Das Heringssterben hat auch international Beachtung gefunden, hier beispielsweise ein Bericht aus dem Mittagsmagazin der ARD (danke an Sabine für den Tip):

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Ulla Februar 28, 2013 um 14:41 Uhr

Guselig! Bin gespannt wie es im Juli dor aussieht.
wir sind dann 1 Woche in und um Snaefellsnes.
Gruß Ulla

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