Gebühren für Islands Natur?

by Christian on 16 April, 2013

Die steigenden Touristenzahlen in Island (die Prognose für dieses Jahr liegt bei etwa 788.000 Touristen, davon alleine etwa 100.000 über Kreuzfahrtschiffe, 2012 waren etwa ungefähr 600.000) und die damit verbundenen Auswirkungen auf Infrastruktur und Natur haben in Island zu einer Debatte über Gebühren für die Sehenswürdigkeiten des Landes geführt. So sind die Landbesitzer rund um Geysir (das Geothermalgebiet selber gehört dem Staat) sicher, das entsprechende Abgaben kommen werden und fordern deren Einrichtung um die Natur besser schützen zu können.

In anderen Bereichen kommen entsprechende Abgaben, so werden beispielsweise die Gebühren auf den Zeltplätzen im Thingvellir erhöht, auch Taucher in der Felsspalte Silfra sollen zukünftig 1000 Kronen (ungefähr 6 Euro) pro Tauchgang zahlen.

Einer der Hauptpunkte in der Diskussion ist, wie eine entsprechende Gebühr zu entrichten ist, ob das bei der Einreise geschehen soll oder ob dazu Stellen im Land eingerichtet werden sollten. Auch wie eine Regelung für Bewohner des Landes aussehen soll, ist aktuell in der Diskussion. So wie es im Moment aussieht, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis es eine Abgabe geben wird. Sofern das dann dazu führt, das die Natur des Landes besser geschützt wird und die Einnahmen zweckgebunden verwendet werden, wäre das sicher nichtmal schlecht.

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Jürgen April 16, 2013 um 22:19 Uhr

Hallo,
wenn es dem Erhalt der wahnsinnig schönen Natur dient, warum nicht…natürlich sollten die „Einheimischen“ weiterhin dafür nichts zahlen müssen… es ist ihr Land…aber als Tourist bin ich gerne bereit dazu…

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nico April 18, 2013 um 06:57 Uhr

Da kann ich mich meinem Vorredner nur anschließen!
Allerdings müssen die Abgaben im Rahmen bleiben und nicht an Wucher grenzen. Wenn beim Zeltplatz eine Art Umweltsteuer von 2-3 EUR anfällt hätte auch ich damit kein Problem. Hauptsache es dient nicht wie die deutsche Ökosteuer dazu Rentenlöcher zu stopfen. Daher sollte man es auch nicht Steuer sondern Abgabe nennen. Die ist wenigstens Zweckgebunden!

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Marianne Krämer April 18, 2013 um 10:02 Uhr

Ich hätte auch nichts gegen eine Abgabe einzuwenden. Wenn ich allein daran denke, wie rigoros in Deutschland die unsägliche und teure Kurtaxe gefordert und eingetrieben wird, dann finde ich, es mehr als berechtigt, wenn ich für Island, am besten gleich bei der Einreise einen Obolus leiste.
Marianne

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Mezger April 21, 2013 um 18:55 Uhr

Es geht um keinen „Obulus“!!!
Um Touristen fernzuhalten muss der isländische Staat,die Regierung dafür sorgen, dass die Preise für Touristen unerschwinglich, hoch, überteuert sind! Deshalb: Natürlich muss bereits bei der Einreise geblecht werden, und zwar nicht wenig!
Touristen bilden sich morts was ein – und wollen dann am Eingang zu einer Sehenswürdigkeit noch handeln .. . und sehen nur sich selbst!
Island ist seit der Krise – mit dem Abfall der isl. Krone viel zu günstig für alle möglichen Möchte-gern-Natur-Liebhaber geworden.
Margit

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Marianne Kramer April 22, 2013 um 12:55 Uhr

@Margit
Es geht auch nicht um einen Obulus ;-) sondern um einen Obolus, damit meinte ich einen durchaus angemessenen, festgesetzten Beitrag, nicht eine kleine Spende, (in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes)
Ich finde es im übrigen in Ordnung, dass sich nun auch Touristen mit kleinerem Budget Island leisten können, das ist ja auch nicht zum Schaden des Landes, damit meine ich den Geldbeutel. Mancher Tourist sitzt eben auf einem „hohen Ross“ . Und Leute als „Möchtegern Naturliebhaber“ zu bezeichnen ist nicht o.k. Island gehört Ihnen schließlich nicht allein.
Ich konnte übrigens mehrfach beobachten, dass einige Isländer mit ihren Riesenautos die Natur nicht gerade schonen. Wer kurvt denn so gern auf den Gletschern herum?
Schlussendlich glaube ich, Ihr Beitrag kann nur ironisch gemeint sein.

Marianne

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Mezger April 22, 2013 um 15:27 Uhr

Schön, Frau Kramer, dass Ihre Rechtschreibfehlersuche so erfolgreich war. Das hat pfiehl mhit dem Tema zu dun.
Und mir ging es um die aufgeworfene Frage: Gebühr vor Ort am Platz der Sehenswürdigkeit – oder bereits bei Einreise.
So, so, die Isländer kurven mit Riesen-Jeeps durch die Gegend?
Hier in Deutschland kurven sie auf sauberen, alphaltierten Straßen in der Stadt mit Riesen-Jeeps zum Shoppen! Auf den Gletschern kurven gerne die Touris rum.
Island gehört natürlich den Isländern. Nicht uns.
Mit freundlichen Grüßen
Margit Mezger

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Marianne Kramer April 22, 2013 um 17:48 Uhr

Frau Mezger,
andere auf Rechtschreibfehler hinzuweisen ist eigentlich überhaupt nicht meine Art, zumal mir selbst genügend Tippfehler o.ä. unterlaufen. Bei Ihrem Beitrag konnte ich ausnahmsweise mal nicht widerstehen :-)
Ich habe am Langjökull vor Jahren mindestens 15 Jeeps (mit Isländischen Fahrern) beobachtet, wie sie mit „Spaß an der Freude“ bei miserablem Wetter auf dem Gletscher herumkurvten. Unser isländischer Reiseleiter erzählte, dass Isländer diesen „Sport“ lieben,
sie haben ja auch häufig die entsprechenden Autos.
Ich fahre im Juni wieder nach Island, und wenn dann erstmals Eintrittspreise verlangt werden sollten, zahle ich sie natürlich ohne zu murren, was ich bei der deutschen Kurtaxe hingegen gern mache. Ich wundere mich schon seit langem, warum in Island selten Eintrittsgelder fällig werden.
In Cuxhaven sollte ich letztens gleich 2€ zahlen, nur weil ich den Deich betreten wollte, um mal nach dem Wasserstand zu sehen…..

Marianne

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Michael April 24, 2013 um 14:08 Uhr

Ich meine zu wissen, dass es in Island erlaubt ist, auf einer ausreichend dicken Schneedecke auch außerhalb der Straße zu fahren, da dadurch die Vegetation nicht zu stark angegriffen wird.

Auf einem Gletscher kann man zudem keine Vegetation zerstören.

Aber zum Thema:
Ich fände einen pauschalen Betrag pro Übernachtung auch besser als Eintrittspreise. Diese müssen ja irgendwo bezahlt werden, das Gebiet, für das man Eintritt nehmen möchte müsste eingezäunt werden, damit auch Jeder zahlt.

Zudem müsste extra Personal eingestellt werden, um das alles kontrollieren und durchführen zu können.

Da ist eine pauschale „Übernachtungsabgabe“ sicherlich einfacher.

Frage ist nur, wie dann das Geld verteilt/zugeteilt werden könnte.

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Mezger April 24, 2013 um 19:35 Uhr

Manche TouristInnen sollten dann doch lieber auf ihren „tollen alternativen Natururlaub “ verzichten und lieber mal in sich gehen oder ihre Spezies vor Ort beobachten!

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nico April 25, 2013 um 06:49 Uhr

Eieiei… selten so eine Borniertheit erlebt. Es liest sich hier gerade so als gebe es nur eine Person die naturverbunden genug ist um Island zu bereisen…

Aber sowas kann natürlich in der Anonymität des Internets falsch rüber kommen.

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Lundi April 25, 2013 um 07:52 Uhr

Es ist schon erstaunlich wie kreativ Politiker sein können wenn es darum geht den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Island ist mit seinen Kosten schon in der höheren Klasse angesiedelt, von günstigen Preisen kann man da wohl nicht sprechen.
Wenn jetzt noch eine zusätzliche Gebühr dazu kommt, trifft es wieder die Leute mit dem kleineren Geldbeutel. Vielleicht haben wir dann bald „deutsche Verhältnisse“ in IS wie: Kurtaxe, Kassenhäuschen á la Ost- und Nordseeküste und 2 Meter hohe Zäune.
Zudem habe ich, ähnlich wie Marianne, in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, daß der weitaus größte Teil der Touris wesentlich besser mit der isländischen Natur umgeht als die Isländer selbst. Jeder der mit offenen Augen durchs Land geht kann dies sehen.
Es müssen diejenigen abkassiert werden, die sich nicht benehmen können, gleich ob Einheimische oder Fremde. Da soll man doch lieber so eine Art Wildhüter einstellen. Diese können dann so arbeiten wie es die Küstenwache bei ihren Inlandsflügen schon tut.

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Karl April 25, 2013 um 12:53 Uhr

Da scheinbar nur die „naturverbundene“ Frau Mezger die Qualifikation ;-) hat Island zu bereisen, hoffe ich für den isländischen Tourismus, dass sie allein genug Geld ins Land bringt, damit das Fernbleiben von uns Naturbanausen ausgeglichen wird.

Karl – ein großer Freund Islands, wie meine Vorredner!

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Mezger April 26, 2013 um 15:22 Uhr

Irrtum, die Frau Mezger bereist Island gar nicht.
Ist aber trotzdem sehr naturverbunden. Sie sitzt in ihrem Garten herum.
„Geld ins Land bringen“ … „abkassieren“, „Wildhüter“, … und von „Wucher“ reden, weil ein paar Euro bezahlt werden sollen … ,
nur weiter so! (Man kann an sich selbst geizen – oder an allem/n anderen. )
Die Quali-Frau.

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Ulf April 28, 2013 um 13:45 Uhr

Hallo Frau Mezger,
dann bleiben Sie doch einfach in Ihrem Garten sitzen und warten Sie bis die EU beschliesst, dass Sie für Ihren wundervollen Ausblick eine entsprechende Gebühr zu entrichten haben ;-).
Ich für meine Person bedaure es jedoch, hinter einer Wegmarke im Hochland aufpassen zu müssen nicht in einen Schei……haufen zu treten oder einen Müllsack mitnehmen zu müssen den ein Schei….tourist dort abgestellt hat. Island als Reiseland (wieder) zu verteuern ist vielleich ein Weg diese Sorte der Toutisten fernzuhalten.

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Margit Mezger Mai 2, 2013 um 20:27 Uhr

Hallo, Herr Ulf!
Vielleicht sollte man Ihnen gar nicht erlauben, dass Sie sich im Hochland aufhalten.
Sie spielen sich als Herrscher auf.
Vielleicht kommen Sie mal im Spätherbst nach Köln-Kalk und springen dort allmorgendlich über die Hunde-Minen, wenn Sie zur Arbeit müssen.
Richtig, Island sollte so teuer sein, dass auch Sie nicht mehr hin
m ü s s en … und sich dann furchtbar aufregen über etwas, was Sie h i e r längst aus F_ _ _ _ _ _ t ignorieren.
Grüße
Mezger
PS: Übrigens beschließt die EU so einen Schrott – wie von Ihnen phantasiert – nicht.

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Stefan Mai 3, 2013 um 16:01 Uhr

Ich habe da eine große Bitte:
Bleibt bitte sachlich und versucht diesen Blog von den persönlichen Angriffen zu verschonen! Ich kann mir gut vorstellen, daß das inzwischen nicht nur mich stört!
Stefan

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Christian Mai 3, 2013 um 16:22 Uhr

Keine Sorge, ich habe da ein Auge drauf. Und wenn es zu hart kommt, greife ich ein.
Ansonsten kann ich den Aufruf zur Sachlichkeit natürlich nur unterstützen.

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Ulf Mai 6, 2013 um 10:41 Uhr

Hallo Frau Mezger,
ja ich bin ein Herrscher, zumindest über mich selbst indem ich mich soweit beherrschen kann keinen Kommentar mehr zu Ihren „Beiträgen“ abzugeben

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Michael Mai 6, 2013 um 13:39 Uhr

Hallo Christian,

gibt es so was eigentlich auch unter Isländern oder ist diese „Streitkultur“ typisch deutsch?

Mir kommen die Isländer immer so relaxed und entspannt vor, ich sage nur „ekkert stress“ ;-)

Würde auch darum bitten, dass hier keine persönlichen Kleinkriege praktiziert werden. Es geht schon seit 7 Posts nicht mehr um die eigentliche Nachricht… :-(

btt: ich hätte nach wie vor mit einer pauschalen Abgabe pro Übernachtung, die dann direkt und transparent in einen „isländischen Naturfond“ eingezahlt wird, überhaupt kein Problem. Island war etwas besonderes, Island ist etwas besonderes und Island soll auch etwas besonderes bleiben.

Und wenn damit die „Vermüllung des Landes verhindert und Vandalismus wie in der Grjótagjá Lava-Höhle und im Hverfjall-Krater entfernt werden kann, warum nicht.

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Christian Mai 9, 2013 um 21:09 Uhr

Natürlich gibt es auch unter Isländern Streit, das sind ja nun wirklich keine Heiligen. Allerdings hatte ich schon den Eindruck, das es insgesamt entspannter zuging.

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Mezger Margit Mai 6, 2013 um 18:52 Uhr

Hallo,
eben das sage ich ja die ganze Zeit! Wieso stößt sich eigentlich mancher an meiner Aussage: Island den Isländern -? Und, in allen möglichen nächsten Aussagen, wird eben meine Aussage dann doch
mannigfach unterstrichen??? ( Aber, ich werde dann des „Streits“ bezichtigt – ) Wo bleibt da die Sachlichkeit?
Mein Gedanke war/ist, eine pauschale geregelte (nicht vor Ort!) Abgabe. Wie gesagt, am besten gleich am Flughafren. Es gibt einen isländischen Naturfond. Manche Isländer sind aber – obwohl sie einiges von Naturschutz halten und selbst auch Acht geben in punkto CO2-Ausstoß – davon nicht angetan.
Ja, wie ist das – wie steht Island selbst seinem Naturschutz gegenüber? Ist das vergleichbar bei uns mit Unterstützern für Greenpeace?
Grüße
Margit Mezger

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Ulf Mai 14, 2013 um 12:52 Uhr

Icelandreview http://www.icelandreview.com schreibt, daß die Landbesitzer rund um den Mývatn ab nächstes Jahr Eintrittsgelder, z.B. für den Besuch des Dettifoss verlangen wollen. Das Geld soll für das anlegen von Wegen, Aussichtsplattformen und Toiletten verwendet werden.

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