Wahlen in Island

by Christian on 26 April, 2013

Noch ein paar kleine Zahlen zur isländischen Wahl morgen: Die Zahl der zur Wahl zugelassenen Wahlen ist in diesem Jahr so gross wie nie, sie beträgt insgesamt 15. Eine kurze Übersicht über die Parteien gibt es im Reykjavik Grapevine.

Das hohe Interesse an der Wahl zeigt auch die hohe Zahl der Kandidaten, insgesamt sind es 1512. Das sind etwa 0,5% der Bevölkerung, um in Deutschland einen vergleichbaren Prozentsatz an Kandidaten zu erhalten, müssten etwa 400.000 Kandidaten für die Bundestagswahl im Herbst antreten. Die Kandidaten sind zu 58% männlich, der älteste Bewerber ist 104 Jahre, der Jüngste gerade 18, der Durchschnitt liegt bei 46 Jahren.

Interessant wird auch die Stimmenverteilung der beiden führenden Parteien sein, der letzten Umfrage von RÚV zufolge kommt die konservative Unabhängigkeitspartei auf 27,9% der Stimmen (und damit 18 Sitzen im Parlament) und die Fortschrittspartei auf 24,/% der Stimmen (und wahrscheinlich 20 Sitze). Diese Diskrepanz beruht auf einer Besonderheit des isländischen Wahlrechts, nach denen Stimmen aus ländlichen Stimmbezirken stärker gewichtet werden (bzw. Kandidaten in der Stadt mehr Stimmen benötigen). Die Frage ist jetzt, wer den Auftrag zur Regierungsbildung erhält, die Partei mit der Stimmenmehrheit, oder die mit der grösseren Anzahl an Sitzen. Mehr zu diesem Thema und auch die letzten Umfragezahlen bei Sigrún Davíðsdóttir.

Die Wahlen finden auch international mehr Beachtung wie Berichte in der Frankfurter Rundschau (danke an Silke für den Hinweis) und im Guardian zeigen.

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leslie April 28, 2013 um 08:18 Uhr

Island hat gewählt…
http://www.tagesschau.de/ausland/island360.html

Eins muss man den Gewinnern aber lassen.
Sie wollen nicht in die EU!

Und die Sozen sind wie auch schon in Deutschland,abgestraft worden.
Hierzulande tragen diese nämlich die Hauptschuld an dem ganzen Finanzmist da sie in den 90ern die Banken vollkommen dereguliert,und somit diesen Wahnsinn erst möglich gemacht haben.
Sie haben Deutschland auch zu einem Niedriglohnland gemacht,weshalb es auch Probleme auf dem restlichem europäischem Arbeitsmarkt gibt.
Bei uns gits keinen Mindestlohn,hier können Subunternehmer Leute für 3Euro beschäftigen.
Auch eine Errungenschaft der Sozen.

Aber dafür werden wir schon die Quittung kriegen,
denn inzwischen kann Mensch sich hierzulande die teuren deutschen Produkte nicht mehr leisten.

Mfg

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Christian April 28, 2013 um 15:05 Uhr

Kommentare haben bitte entweder einen Bezug zu Island oder zum entsprechenden Artikel. Deutsche Politik kann gerne anderswo kommentiert werden, dieses Blog ist jedenfalls nicht der geeignete Ort dafür. Vielen Dank.

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Ulf April 28, 2013 um 13:34 Uhr

Wahlwerbung/kritik kannst Du woanders machen, ich denke die meisten Leser des Blogs sind eher an Island interessiert als an einer Einzelmeinung über die Politik in Deutschland

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Peter April 29, 2013 um 07:26 Uhr

Weißt du warum es diese unterschiedliche Gewichtung von ländlichen und städtischen Stimmen gibt?

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Christian April 29, 2013 um 07:51 Uhr

Soweit ich weiss, soll das dazu dienen, dem Land mehr Bedeutung zu geben und der Abwanderung entgegenzuwirken. Es verzerrt aber die Stimmenanteile erheblich, die Fortschrittspartei war dieses Man in ländlichen Gebieten sehr erfolgreich, so das sie auf dieselbe Anzahl an Parlamentssitzen kommt, wie die Unabhängigkeitspartei, obwil sie 2,3% Stimmen weniger hat.

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Peter April 29, 2013 um 08:03 Uhr

Danke für die Erklärung.

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