Eintritt an isländischen Sehenswürdigkeiten

by Christian on 5 Juli, 2013

Im April hatte ich noch über mögliche Gebühren an isländischen Sehenswürdigkeiten spekuliert, mittlerweile ist das zumindest an einer Stelle eingetreten.

Seit dem Sommer müssen Besucher des Vulkankraters Kerið eine Gebühr von 350 Kronen (Besucher unter 12 Jahren haben freien Eintritt) entrichten, um den Krater zu besichtigen. Dazu wurde das Gelände eingezäunt, die Eigentümer haben zusätzlich eine Webseite eingerichtet.

Das es sich hier nur um einen ersten Schritt handelt und weitere Landbesitzer nachziehen werden, gilt als sicher. So haben bereits die Eigentümer des Landes am Dettifoss und auch an der Vulkanspalte Leirhnjúkur entsprechende Pläne bekanntgegeben. Hier sind die Gebühren ihren Angaben zufolge notwendig, um die Sicherheit der Touristen zu gewährleisten, um Wege instandhalten zu können und auch um Toiletten einzurichten.

Da sich weite Teile Islands in Privatbesitz befinden (und das schließt dann auch bekannte Wasserfälle und ähnliches ein), ist ein solches Vorgehen wohl nur durch eine allgemeine Touristenabgabe zu umgehen, die dann entsprechend auf die Landbesitzer verteilt wird.

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Lundi Juli 8, 2013 um 19:03 Uhr

Stolzer Preis für den Kerið.
Dettifoss und die anderen Fossar werden wohl teurer … :-(

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Serian Juli 9, 2013 um 06:23 Uhr

Den Dettifoss einzuzäunen stelle ich mir nicht ganz leicht vor….

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Christian Juli 9, 2013 um 09:38 Uhr

Das braucht man ja auch gar nicht. Wahrscheinlich erwischt man 95% der Touristen am Parkplatz, für den Rest ist es vermutlich egal.

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Sven Juli 9, 2013 um 18:32 Uhr

Als ich die Nachricht das erste mal gelesen habe, hielt ich das ganze für einen Aprilscherz. Aber die meinen das tatsächlich ernst.
Das nimmt eine bedauerliche Entwicklung, ich denke da nur an Lanzarote. Da darf man bestimmte Teile des Vulkangebietes überhaupt nicht mehr betreten…

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Ben Juli 9, 2013 um 18:58 Uhr

Ich bin da etwas gespalten. Es ist bestimmt nicht richtig, wenn alle Sehenswürdigkeiten umzäunt werden würden und überall Kassenhäuschen wären.

Andererseits: Wenn es Privatgelände ist, kann ich verstehen, dass einem durch Touristen auch erst einmal Kosten entstehen. Leider verhält sich auch in Island nicht jeder Besucher korrekt.
So wie ich Isländer kennengelernt habe, sind auch die wenigsten davon „Glücksritter“, die sich eine goldene Nase verdienen wollen.

Vielleicht ist eine Pauschale in Form einer Art Kurtaxe gar nicht so doof. Jeder volljährige Tourist zahlt umgerechnet 7 Euro pro Tag. Bei mehr als 10 Tagen nur 5 Euro. Die „Kurkarte“ gibt es bei der Einreise. Dazu würde ich noch Steuermittel nehmen – auch Isländer besuchen den Dettifoss. Das Geld verteilt die Regierung an die Landbesitzer, für Instandhaltung und Nachteilsausgleich.

Für mich wäre das viel erträglicher, als überall die Brieftasche zu zücken oder erst am Zaun lang zulaufen. Dann wäre viel Charme weg.

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leslie Juli 10, 2013 um 21:58 Uhr

´´Da sich weite Teile Islands in Privatbesitz befinden (und das schließt dann auch bekannte Wasserfälle und ähnliches ein)´´

Ziemlich ekelig.
Wer hatt denn zugelassen daß das alles privatisiert wurde?

Privat (von lat. privatus, PPP von privare, „abgesondert, beraubt, getrennt“,
http://de.wikipedia.org/wiki/Privat

Alles verstaatlichen und die Diebe enteignen!

Mfg

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Christian Juli 11, 2013 um 07:14 Uhr

Das ist nicht jetzt erst privatisiert, sondern seit Jahrhunderten so. Der Zugang für Wanderer ist gesetzlich geregelt (und damit gewährleistet).

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Lundi Juli 11, 2013 um 08:28 Uhr

Warum macht es nicht so wie im Geysirgebiet?
Das Land ist auch privat. Aber statt Eintritt zu verlangen wird dort Hotel, Tankstelle und Besucherzentrum zu moderaten Preisen betrieben.

Ganz schlimm ist es am Grettislaug. Hab´s im letzten Jahr erstmals gesehen. 700 Kronen Eintritt, dazu schon fast unverschämte Preise im Kaffi. Der Blick auf den Fjord ist auch hin, wegen des neuen Hafens und der Schutzmauer. Drei Gründe um dort nicht mehr hinzufahren.

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Christian Juli 11, 2013 um 09:08 Uhr

Das Land direkt um den Geysir herum inkl. der Quellen gehört dem isländischen Staat. Alles drumherum ist aber wieder Privatbesitz.

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mami Juli 17, 2013 um 12:00 Uhr

Ich war gerade 14 Tage in Island und auch an den hier beshriebenen Plätzen, u.a. 700 ISK sind umgerechnet 4,4o€ und das finde ich persönlich nicht zu teuer. Am Kerið sind es umgerechnet 2,20€. leider machen das die Besitzer ja nicht um Geld zu verdienen, sondern um die Touristen zur Achtsamkeit zu ermahnen . Das wäre aus meiner Sicht an vielen Stellen zu begrüßen!! Es wird niemand gezwungen irgendwohin zu fahren.

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Lundi Juli 26, 2013 um 16:02 Uhr

Mami, wenn Du Grettislaug schön findest so wie es jetzt ist, dann tut es mir wirklich leid um Dich.
Es ist wirklich Nichts mehr von der Ursprünglichkeit dieses sagenhaften Hotpots geblieben.
Jarlslaug, die neue Hafenschutzmauer nebst Hafen u.s.w., einfach gruselig!!!

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