Island mit der Lochkamera

by Christian on 2 September, 2013

Fotos aus Island gibt es viele, und wer das Land kennt und verfolgt, was man so an Fotos zu sehen bekommt (beispielsweise in Fotocommunities), wird man bestimmte Motive immer wieder sehen. Das ist natürlich verständlich, da viele Motive gerade dazu einladen, sie abzulichten, auch wenn das schon Tausende vor einem getan haben – beispielsweise am Strokkur.

Einen anderen Weg hat Christoph Höhmann gewählt, er beschränkte sich auf moderne Kirchen in Island (von denen es ja eine ganze Reihe spektakuläre gibt) und lichtete sich mit der Lochkameratechnik ab. Dazu wird an der Spiegelreflexkamera kein Objektiv, sondern ein Gehäusedeckel mit einem winzig kleinen Loch (0,3-0,5mm im Durchmesser) montiert. Durch das Loch fällt dann das Licht auf den Sensor (oder auch Film). Die Bilder erhalten mit dieser Technik eine ganz eigene Anmutung, die ich persönlich spannend finde. Zwei Kirchen sind unten zu sehen, der Rest des Projekts findet sich auf der Webseite von Christoph Höhmann (es lohnt sich übrigens auch, die übrige Webseite anzuschauen).

ITW1586

Stykkishólmskirkja, Stykkishólmur, Snæfellsnes.

ITW1774

Hólaneskirkja, Skagaströnd. Das Copyright beider Bilder liegt bei Christoph Höhmann, die Nutzung erfolgt mit Genehmigung des Bildautors.

Falls jemand Probleme mit der Anzeige der Bilder im Beitrag hat, möge er bitte mit gültiger Emailadresse einen Kommentar hinterlassen oder mir eine Email schreiben, damit ich das klären kann.

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Anja September 4, 2013 um 20:33 Uhr

Warum gibt es eigentlich auf Island so viele Kirchen wie gefühlt sonst nirgendwo anders?

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Marion September 5, 2013 um 17:24 Uhr

Ich denke es sind genauso viele wie z.B. in Deutschland: In jedem Dorf/zu jedem Hof eine und in den Städten mehr. Das futuristische Design fällt einfach mehr auf. In Deutschland ist die Architektur bei neueren meistens zurückhaltender, vermutlich weil sie sich an die Nachbarbauten anpassen müssen.

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Christian September 6, 2013 um 08:22 Uhr

Weil früher halt bei jedem grösseren Hof eine Kirche war. Reisen war bis vor 60-70 Jahren in Island beschwerlich bis unmöglich (eine Strassenverbindung zwischen Reykjavik und Akureyri gibts meines Wissens erst seit den 40er Jahren), so das halt die Leute überall da, wo sie waren auch ihre Kirchen hatten.

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Leon September 5, 2013 um 20:58 Uhr

„Im Gegensatz dazu verzichtet die Blönduóskirkja auf jegliche gebaute Symbolik …“ – dieser Satz findet sich auf der verlinkten Seite und ist ein kleiner Höhepunkt der unfreiwilligen Komik: Die Blönduóskirkja ist ganz bewusst (damals noch in weisser Farbe auf unverhüllten Beton) als ein Verweis auf einen Vulkan erbaut worden. Wer weiter Lust auf erfrischende Klarheit und Ehrlichkeit hat, sollte sich unbedingt dem folgenden Artikel widmen – eine viel diskutierte Rede von Hallgrímur Helgason auf der Architekturausstellung „New Nordic“ letztes Jahr: http://grapevine.is/Home/ReadArticle/Architectural-Acne

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Christian September 6, 2013 um 08:21 Uhr

Dem Satz kann ich auch nicht wirklich zustimmen.

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Stefan September 6, 2013 um 10:45 Uhr

Bezügliche der Anzahl der Kirchen lass ich, das es mal ein Gesetz gegeben haben soll, nach dem Höfe, auf denen eine Kirche stehen, keine Steuern zahlen mussten.

Aber evtl. ist dieses auch nur eine Touristen Legende, ähnlich der Elfenministerin *g*….

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