Jón Gnarr tritt nicht erneut an

by Christian on 4 November, 2013

Der aktuelle Bürgermeister Jón Gnarr wird bei den Wahlen zum Stadtrat Reykjaviks im nächsten Jahr nicht wieder antreten. Die „Beste Partei“ wird sich auflösen und in der Schwesterpartei „Helle Zukunft“ aufgehen.

Jón Gnarr hatte die Kommunalwahlen 2010 als Chef der „Besten Partei“ klar gewonnen und dabei alle etablierten Parteien auf die Plätze verwiesen. Dieser Sieg war damals als Rückschlag für die alten Parteien nach der Finanzkrise von 2008 gesehen worden.

So ging Gnarr nach der Wahl ein Bündnis mit den Sozialdemokraten ein und regierte seitdem die Stadt, teilweise holprig, teilweise ausgesprochen unkonventionell (seine Auftritte als Dragqueen bei der Gaypride sind durchaus legendär), insgesamt aber wohl relativ vernünftig und bodenständig. So hatte er die zweifelhafte Ehre, nach der Finanzkrise in der Stadt aufzuräumen und zu sparen. so ganz schlecht scheint er seine Arbeit nicht gemacht zu haben, seine „Beste Partei“ bekommt in Meinungsumfragen mehr Zustimmung als nach der Wahl 2010.

Zur Begründung führte Jón Gnarr gegenüber dem Fernsehsender RÚV aus, das er Komiker sei und kein Politiker. Seine Zeit sei gekommen und wenn er sich wieder zur Wahl stellen würde, wäre er der Politiker geworden, der er nicht sei.

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Stefanie November 5, 2013 um 19:50 Uhr

Schade … Das ist ein sympathischer Typ. Wenn nur alle Politiker so vernünftig wären, sich zurückzuziehen, wenn ihre Zeit gekommen ist … ;-)

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Silke November 5, 2013 um 22:08 Uhr

Tja, daran merkt man vielleicht, dass er eben KEIN Politiker ist und sich das Gespür bewahrt hat, wo er seinen wirklichen Platz sieht.
Ich finde es eine respektable Entscheidung, so ein Projekt zu wagen, es dann aber auch wieder zu beenden. Und ich hoffe, dass er mit seiner Art und seinen Ideen Impulse gesetzt hat, die weiter geführt werden und weiter wirken. Ich hoffe auch, dass seine Partei dann auch in der Björt Framtið wirklich auch eine gute Zukunft hat.

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Ben November 6, 2013 um 19:42 Uhr

Respekt habe ich davor, wenn Leute, die in der Politik sind, auch mal was anderes machen wollen. Aber viel leicht wäre es für die Politik auch gut, wenn mehr Leute sich trauen würden, dort sich mal umzusehen. Frischer Wind tut gut – meistens jedenfalls.

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