Walfang

by Christian on 21 Februar, 2014

Island ist neben Japan und Norwegen eines der Länder, die immer noch Wale fangen und vor kurzem hatte die isländische Regierung die Abschußquoten erhöht, obwohl die des letzten Jahres nicht ausgeschöpft worden sind. Unklar ist auch, was mit dem Walfleisch passiert, denn entgegen anderslautender Behauptungen der Walfangfirma gehört das in Island keinesfalls so zu den normalen Lebensmitteln.

Da dank einer Embargos europäischer Häfen der Export nach Japan nicht mehr funktioniert, haben sich beide Länder neue Wege ausdenken müssen. Und die gehen nach Angaben von Walschützern über Kanada, wo das bisher ohne Probleme geht. Das wird sich aber vermutlich bald ändern, da auch hier Druck auf die Regierung ausgeübt wird, den Umschlag von Walprodukten in kanadischen Häfen zu verbieten.

Und auch von anderer Seite droht Ärger: Von den USA. Nach Presseberichten hat das US-Innenministerium eine Verletzung der Schutzregeln durch Island festgestellt und einen entsprechenden Bericht an den amerikanischen Präsidenten weitergeleitet. Dieser hat jetzt 60 Tage Zeit zu entscheiden, ob er ökonomische Sanktionen gegen Island verhängen will. Diese würden Island vermutlich recht hart treffen, da beispielsweise ein guter Teil der isländischen Fische in Amerika verkauft wird.

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Gregor Februar 26, 2014 um 09:10 Uhr

Wie lange müssen wir uns dieses traurige Thema noch anhören. Alle Nationen, Regierungen und Menschen sollten verstanden haben, dass es keinen Sinn mehr macht diese einzigartigen Lebewesen zu jagen und unter unsäglichen Schmerzen zu töten. Ich selbst habe mir 1978 die Walfangstation in Hvalfjörður ansehen müssen – es war ein Grauen zu sehen, wie diese majestätischen Tiere von lachenden und scherzenden Arbeitern in kleine Stücke zerhackt wurden.

Kein Mensch muss (HEUTE) in einer zivilisierten Gesellschaft ein solches Geschäft (und nur das ist es) unterstützen! Ich hoffe und wünsche mir für dieses einzigartige Land, dass die Verantwortlichen schnellstmöglich eine endgültige Entscheidung treffen und den Walfang für alle Zeiten einstellen.

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Leon Februar 27, 2014 um 09:45 Uhr

Kein Tier, keine Pflanze, keine Landschaft bedarf der anerkennenden Wertschätzung des Menschen, um das „Recht“ zu haben, geschützt zu sein. Würden die Isländer „eklige“ und „häßliche“ Quallen jagen, die auf der Liste der gefährdeten Arten stehen – auch dies müßte geächtet und boykottiert werden. Finnwale stehen eben auf dieser Liste der gefährdeten Arten – nur die Isländer führen Gründe an, das ausgerechnet „ihre“ Finnwale nicht gefährdet seien. Ich verstehe Deine Argumentation, Gregor, sehr gut, jedoch wird diese Argumentation von Walfangbefürwortern als „emotional“ getriebene, unsachliche Argumentation verlacht. Die Walfangbefürworter würden Dir vorwerfen, den Wal zu „verklären“. Gegen die Argumentation, die Ausrottung der Finnwale zumindest fahrlässig zu riskieren habe ich bis heute noch kein gutes Gegenargument gelesen – ausser, daß die Zahlen und Beobachtungen der isländischen Wissenschaflter (die den begrenzten Walfang „erlauben“) nicht in Zweifel zu ziehen seien. Bis heute erschliesst es sich mich jedoch nicht, warum dann die „übrige“ Wissenschaft sehr viel vorsichtiger in dieser Frage ist und alle Finnwale geschützt sehen wollen. Wie schlimm wäre es, keinen Walfang auf Finnwale zu erlauben, auch wenn es sich in 20 Jahren herausstellt, es wäre möglich gewesen? Wie schlimm ist es, den begrenzten Walfang auf Finnwale zu erlauben, auch wenn es sich in 20 Jahren herausstellt, dass der Finnwal als ausgerottet ist?

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Gregor Februar 27, 2014 um 13:36 Uhr

Hallo Leon danke für dein Feedback!

Keine Zivilisation der Erde kommt gänzlich ohne tierische Nahrungsmittel aus. Da bin ich sachlich und verstehe (bei rund 7,2 Milliarden Menschen), dass eine Welt von Vegetariern/Veganern vermutlich eine unrealistische Vision sein wird.

Was mich aber alleine schon anwidert ist die Tatsache unter welchen Bedingungen diese wehrlosen und friedlichen Tiere sterben müssen – da ertrage ich gerne jedes „verlachen“ meiner „emotionalen“ (menschlichen?) Argumentation!

Es geht hier nicht um die notwendige Ernährung von Inuit sondern ausschließlich um den „Profit einer begrenzten Anzahl von Menschen in Island“ (und den indirekt beteiligten Staaten bis hin nach Japan). Es gibt in Island auch heute noch unendlich viele Chancen sein Geld auf andere Art und Weise zu verdienen – nur muss diese Einsicht und die Ideen vermutlich durch das Verbot der Jagd auf Wale „erzwungen“ werden. Niemand der heute sein Geld mit Walfang verdient wird morgen an Hunger sterben weil man ihm das Recht nimmt dieses Morden weiter zu treiben.

„Der Isländer“ weckt weltweit positive Emotionen, nicht nur wegen der außergewöhnlichen Musik und Literatur, dem Umgang mit den Folgen der Wirtschaftkrise oder ihrer einzigartigen Natur.

Ich sehe den Tag an dem diese stolzen Menschen die letzte Harpune entsorgen und ihre freie Entscheidung im Sinne der nächsten Generationen feiern!

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Christian Februar 27, 2014 um 19:32 Uhr

„Der Isländer“ weckt weltweit positive Emotionen, nicht nur wegen der außergewöhnlichen Musik und Literatur, dem Umgang mit den Folgen der Wirtschaftkrise oder ihrer einzigartigen Natur.

Ich sehe den Tag an dem diese stolzen Menschen die letzte Harpune entsorgen und ihre freie Entscheidung im Sinne der nächsten Generationen feiern!

Ich befürchte da überschätzt du die Isländer ein klein wenig. Die kümmern sich üblicherweise relativ wenig um den Rest der Welt, gerade wenn es um den Naturschutz geht. Das hat die aktuelle Regierung gerade mal wieder bewiesen. Verändern wird sich da nur was, wenn es ihnen wirtschaftlich weh tut. So weh, das sie es nicht mehr ignorieren können. Sanktionen der USA könnten helfen. Es kann aber auch nur wieder zu Sturheit führen. Warten wir es ab.

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Leon Februar 27, 2014 um 14:13 Uhr

Hallo Gregor
Du schreibst: “ „Der Isländer“ weckt weltweit positive Emotionen, nicht nur wegen der außergewöhnlichen Musik und Literatur, dem Umgang mit den Folgen der Wirtschaftkrise oder ihrer einzigartigen Natur.“
Zumindest die New York Times sieht das anders. Sie sieht „den Isländer“ (die isländische Regierung) die Natur aus Gier rücksichtslos ausbeuten. Sowohl im Umgang mit dem Hochland als auch mit dem Walfang ist Island die Meinung der restlichen Welt herzlich egal.
http://www.newsoficeland.com/eco/item/248-icelandic-natural-wonders-in-danger-visit-before-it-s-too-late

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Jörg Steinmann März 4, 2014 um 10:55 Uhr

Ich liebe diese romantischen Traditionen. Bei Opa hing der röhrende Hirsch über dem Ehebett, beim Enkel ist es der singende Wal.
Umweltschutz wird in Island mehr geachtet, als in fast allen anderen Ländern, insbesondere mehr als in den USA. Und kommt mir nicht mit dem Kárahnjúkar-Staudamm. Im Gegensatz zu meinen isländischen Schwägerinnen meine ich, dass die Gegend durch den Staudammbau erheblich gewonnen hat. Und dass der Schutz der nach Island eingeschleppten und dort verwilderten Rentiere nun wirklich ein Argument für röhrende Hirsche ist.

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Gregor April 1, 2014 um 09:11 Uhr

Der (nächste) RICHTIGE Schritt! 31.03.2014

Internationaler Gerichtshof: Japan muss Walfang in der Antarktis beenden

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag stoppt Japans Walfänger im Südpolarmeer. Begründung: Das Walfang-Programm diene nicht wissenschaftlichen Zwecken…
(Quelle Die Zeit Online)

Das hat sicher Auswirkungen auf den Walfang in Iceland, ob positiv (..wir geben jetzt „unsere wissenschaftlichen Studien“ auch auf!) oder negativ (… jetzt brauchen die Japaner unser Walfleisch und wir können wieder ein gutes Geschäft machen) bleibt abzuwarten.

Die Uhr tickt weiter – es ist nur noch eine Frage der Zeit!

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Christian April 3, 2014 um 05:33 Uhr

Island hat nie behauptet, „wissenschaftlichen“ Walfang zu betreiben. Das war immer klar kommerziell. Aktuell ziehen die USA deutlich die Daumenschrauben an und es gibt im Land Stimmen sehr genau abzuwägen, was (wirtschaftlich) sinnvoller ist.

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lena April 4, 2014 um 16:58 Uhr

2003-2007 hat Island Jagd auf Zwergwale auf Basis wissenschaftlichen Interesses erlaubt. So erinnere ich es jedenfalls aus der lokalen Presse und finde es auch nachzulesen beispielsweise beim IWC (http://iwc.int/permits) oder beim Landssamband íslenskra útvegsmanna (http://www.liu.is/frettir/nr/260/).

Heute sieht es natürlich anders aus. Ich nehme an, du meintest mit „nie“ die gegenwärtige Situation?

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Christian April 4, 2014 um 18:14 Uhr

Oh, stimmt. Und ja, ich meinte die aktuelle Situation (seit ungefähr 2007). Unumstritten war und ist das ja nicht. Danke für den Hinweis.

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Gregor April 6, 2014 um 17:59 Uhr

Sorry wegen meinem Fehler (“unsere wissenschaftlichen Studien”), ich war mir sicher (wie lena)… Aber okay, jetzt ist es noch mehr ein Grund (aus reiner Profitsucht) das Jagen aufzugeben! Seht euch dazu auch einfach mal dieses Video an:
http://mostamazingplanet.com/finished-just-greatest-whale-rescue-ending-video-will-leave-speechless/
Wale haben (k)ein/e Inteligenz/Empfinden – oder wie soll das erklärt werden?
Der Tag wird kommen und kein Mensch muss mehr gegen den Walfang angehen – weil es VORBEI ist!
Danke für euer Verständnis!

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