Naturpass und Geysir

by Christian on 13 März, 2014

Manche Entscheidungen brauchen eine Weile, andere geschehen ziemlich schnell. Die Entscheidung über die Einführung des Naturpasses in Island gehört definitiv zur letzten Kategorie. Die hat das Parlament jetzt beschlossen, wirksam wird das ganze dann ab dem 01. Januar 2015.

Die Gebühren sollen von Isländern und Touristen gleichermassen erhoben werden und dem Erhalt der Sehenswürdigkeiten dienen. Sie sollen ebenfalls anstelle lokal kassierter Gebühren erhoben werden. Wie sich das mit den Plänen der Landbesitzer vereinen lässt, wird sich noch zeigen müssen.

Die Gebühren sollen gestaffelt erhoben werden, geplant sind nach Aussage der Wirtschaftsministerin drei Stufen:

  • 2.000 ISK für vier Tage
  • 3.000 ISK für einen Monat
  • 5.000 ISK für fünf Jahre

Die Entwicklung in Geysir ist mittlerweile um eine weitere Facette reicher geworden. Nachdem die Regierung eine einstweilige Verfügung erwirkt hatte, wurde die Gebühr zunächst verschoben. Bei der Verhandlung hat die Vereinigung der Landbesitzer in Geysir aber den Sieg davongetragen, so werden vermutlich ab morgen (oder spätestens übermorgen) Eintrittsgebühren am Geysir fällig.

Grund für die Niederlage sind die Besitzverhältnisse am Geysir. Dort gehören nur 34% des Landes dem Staat, der Rest gehört acht privaten Eigentümern. Beim Verkauf des Landes vor gut 120 Jahren enthielt der Vertrag eine Klausel, die es den „Bauern des Haukadalur“ erlaubt, Gebühren für den Erhalt der Region zu erheben, wenn der neue Eigentümer nichts tun würde.

Da der Staat aber sehr wohl ein Interesse (und auch Pläne) für den Erhalt hat, wird sich zeigen müssen, inwiefern die Gebühr dauerhaft erhoben wird.

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Marianne Kramer März 17, 2014 um 22:37 Uhr

Ich finde, gegen die Einführung des Naturpasses ist doch wirklich nichts einzuwenden. Bei der Einreise einmalig 3.000 Kronen zu bezahlen (ca. 19,20 €) ist nicht übertrieben. Wenn ich bedenke, für was wir in Deutschland so bezahlen müssen, ich sage nur u.a. Kurtaxe…
Aber noch zum Geysir: eigentlich müsste man ja das Gelände gar nicht betreten, man kann ihn doch bestens von der Straße 35 ? sehen und auch fotografieren :-) oder wird jetzt Maut erhoben?
Marianne

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Elke Menzel-van den Bruck März 21, 2014 um 17:35 Uhr

In dem Geysir-Gebiet ist ja nicht nur der Strokkur interessant, dessen Ausbruch man sicher auch gut von der Straße aus fotografieren kann. Ich finde die vielen kleinen Blubberstellen, an denen man auf dem Weg dorthin vorbeigeht, sind eine schöne Einstimmung auf das große Ereignis. Und dann weiter oben Blesi … ist doch wirklich auch wert besichtigt zu werden …

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Christian März 22, 2014 um 09:43 Uhr

Ja, sicher kann man den Strokkur auch von der Strasse aus sehen. Aber nicht wirklich gut. Und wenn Leute darumstehen (was im Sommer häufig passiert), dann sieht man nur die Wassersäule, aber die blaue Wasserkuppel vor dem Ausbruch eben nicht. Die Kritik geht auch nicht daran, das es Gebühren gibt, sondern an der Art wie. Das ganze geht im Moment in Goldrauschstimmung, jeder sieht, das er soviel mitnimmt wie geht.

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leslie März 23, 2014 um 11:41 Uhr

´´das er soviel mitnimmt wie geht.´´

Und daran wird die Menschheit letztlich zugrundgehen.

Warum ist Goldrausch eigentlich nicht verboten.

Sich an pflanzlichen Substanzen zu berauschen (THC),
ist doch auch verboten. :-/

Mfg

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