Entwicklung am Bárðarbunga [2.]

by Christian on 26 August, 2014

Am Bárðarbunga gehen die Erdbeben mit leicht rückläufiger Tendenz weiter, in der letzten Nacht ereignete sich mit der Stärke 5.7 auch das bisher stärkste Beben der Serie. Damit haben sich in den letzten 48h immerhin drei Beben mit einer Stärke grösser als 5 ereignet.

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Erdbebenanzahl der letzten 48h, Graphik vom isländischen Wetterdienst.

Eine weitere sehr schön Visualisierung der Erdbeben, die auch die Tiefe der Beben anzeigt, findet sich hier. Die Beben verlagern sich weiter nach Norden in Richtung der Askja, die Länge der Magmaintrusion in das Gestein wird mittlerweile auch gut 40km geschätzt. Basierend auf GPS-Daten wurde von Geologen ein 3D-Modell berechnet, nachdem gut 350 Millionen Kubikmeter Lava ins Gestein eingedrungen sind, gut 50 Mio Kubikmeter davon in den letzten 24h.

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Verlauf der Erdbeben ab dem 16. August 2014. Die Magma breitet sich entlang der Bebenlinie aus. Graphik vom isländischen Wetterdienst. Basierend auf den aktuellen Daten werden drei Szenarien für möglich gehalten:

  • Die Magmaintrusion schwächt sich ab, die Erdbeben beruhigen sich langsam und es kommt nicht zu einem Vulkanausbruch.
  • Die Magmaintrusion verlagert sich weiter nach Norden in eine Region wo das Land nicht mehr vom einem Gletscher bedeckt ist. Es kommt zu einer effusiven Eruption und nur geringer Ascheentwicklung, weil es nicht zu einer Interaktion zwischen Lava und Eis/Wasser kommt. Ein Gletscherlauf bleibt deswegen auch aus.
  • Es kommt zu einem Vulkanausbruch unterhalb des Vatnajökull. Durch die Interaktion zwischen Lava und Eis/Wasser kommt es zur Entwicklung einer Aschewolke (wenn die Eruption die Eisdecke durchbricht) und vermutlich auch zu einem Gletscherlauf, wenn das beim Ausbruch entstehende Schmelzwasser abläuft.

Interessant ist auch, das die internationalen Medien zunehmend stärker über die vulkanische Aktivität in Island berichten, hier beispielsweise bei CNN, der BBC oder auch bei Spiegel Online. Die Furcht vor einem weiteren Vulkanausbruch, der weltweit den Flugverkehr beeinträchtigt scheint sehr gross zu sein.

Die Beobachtung der Aktivitätsregion wird unterdessen weiter verbessert. So stellten Wissenschaftler der Universität von Cambridge in Zusammenarbeit mit isländischen Geowissenschaftlern weitere seismische Meßgeräte auf dem Vatnajökull auf, die sich noch von einem Forschungsaufenthalt im Sommer in Island befanden. So erhalten die Geologen jetzt weitere und genauere Daten über die Aktivität. Mehr dazu findet sich hier.

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Anja August 26, 2014 um 19:18 Uhr

Vielen Dank für diesen tollen Aktualitätendienst!

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Sabine August 26, 2014 um 20:04 Uhr

Sehr informativ !! Bereits im Juni auf Island mit der Erde konfrontiert wird mir jetzt nochmal mehr der Ursprung bewusst !!

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