Entwicklung am Bárðarbunga [5.]

by Christian on 30 August, 2014

Nachdem gestern nach der kleinen Eruption bei Holuhraun deutlich mehr los war, ist es heute etwas ruhiger. Das betrifft allerdings nicht die Zahl der Erdbeben die nach wie vor sehr hoch ist, das schwerste Beben lag heute bei 5.4 auf der Meßskala. In den nächsten Stunden wird ein Sturm über den Vatnajökull ziehen. Das sorgt für eine Menge „Krach“ auf den Seismometern und wird dazu führen, das kleinere Beben (<1) zumindest teilweise nicht erfasst werden können, wenn also die Bebenzahl scheinbar sinkt, kann das auch daran liegen.

Der Journalist Ómar Ragnarsson ist heute über den Gletscher geflogen und berichtete hinterher, das im Eis neue Spalten zu sehen seien und sich die bisherigen Eiskrater vergrößert hätten. Es scheint, als würde die Magmamenge unterhalb des Bárðarbunga zunehmen, was auch mit der Meldung zusammenpasst, das sich die Magmaintrusion heute nicht weiter nach Norden in Richtung Askja ausgebreitet hat. Ihre Grösse wird anhand von Ausdehnungsdaten der GPS-Stationen mitterweile auf gut 650 Mio Kubikmeter geschätzt.

Neue Schätzungen gibt es auch zum ersten Ausbruch des Bárðarbunga unterhalb der Eiskappe des Vatnajökull, die zur Bildung der Eiskrater führte. Nach Angaben der isländischen Geologen war dieser (auch sehr kleine Ausbruch) gut 10x so gross wie die Eruption die sich in der Holuhraun ereignete.

Zu den bisher drei möglichen Ausbruchsszenarien (kein Ausbruch, Ausbruch ausserhalb des Gletschers, Ausbruch unter dem Dyngjujökull) haben die isländischen Wissenschaftler heute noch eine weitere (und ihrer Meinung nach nicht unwahrscheinliche) vierte Möglichkeit hinzugefügt: Ein Ausbruch des Bárðarbunga innerhalb oder am Rand der Caldera. Je nach Stärke kann es dann entweder zu Flutwellen oder auch zur Entwicklung von Asche kommen. Bevor jetzt wieder Nachfragen wegen Asche kommen: Es ist bisher noch nicht soweit und wenn, muß diese auch erstmal nach Europa ziehen, bevor sie Probleme macht. Die aktuell vorherrschende Windrichtung würde sie nach Norden blasen.

Wer sich für weitergehende Informationen zum Bárðarbunga interessiert, dem sei eine Information empfohlen (auf englisch), die von der Universität von Island herausgegeben wurde und hier zu finden ist.

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Sabine August 31, 2014 um 07:46 Uhr

Erst einmal abwarten was passiert, dann reagieren. War im August auf Island und der Isländer ist wirklich sehr entspannt „Das ist doch normal hier.“ Die Aufregung bei uns in Deutschland ist viel größer als auf Island. Island war wie immer super, besonders die Aussicht vom Rücken der fünf Steinmänner. Ich grüße Magni und Modi ;-)

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Sabine August 31, 2014 um 07:47 Uhr

Danke Christian, wie immer, für die aktuelle Berichterstattung.

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