Entwicklung am Bárðarbunga [9.]

by Christian on 2 September, 2014

Von der Eruption gibt es wenig Veränderungen, sie läuft weiter auf mittlerem Niveau und produziert spektakuläre Bilder. Die Zahl der Erdbeben ist weiter rückläufig, auch die Ausdehnung der aufgrund der Magmaintrusion ist im Moment geringer geworden, was darauf hindeutet, das Einstrom von Magma aus tieferen Schichten und das Ausströmen von Lava an der Eruptionsstelle sich einigermassen die Waage halten. Wenn das so weitergeht kann die Eruption auf diesem Niveau eine ganze Weile weitergehen.

Über die seismischen Meßgeräte wird viel gesagt, die Universität von Island hat gestern eine Karte veröffentlicht, wo diese überall platziert sind. Und das sind ziemlich viele, mehr als 30, die zum Teil dem isländischen Wetterdienst, der Universität von Island, der Universität von Cambridge (im Rahmen von Forschungsprojekten in Island) und dem National Environmental Research Centre gehören. Die Daten laufen dann beim isländischen Wetterdienst und den isländischen Geologen auf, die diese dann auswerten.

140901 seismometer

Auf den Bilder über der Eruptionsstelle sieht man eine relativ grosse Gaswolke aufsteigen. Diese besteht aus Wasserdampf und Schwefeldioxid, von letzterem stösst der Vulkan nach wie vor grosse Mengen aus. Da dieses Gas ausgesprochen giftig ist, ist wohl auch nicht zu erwarten, das die Eruptionsstelle auf absehbare Zeit freigegeben wird. Auch die isländischen Geologen dürfen nur mit Gasmasken und Gaswarngeräten in die Nähe der Eruption gehen.

Dann ist es heute vermutlich zu einer Interaktion zwischen heisser Lava und nassem Sand am Rand der Jökulsa á Fjöllum gekommen, die Geologe berichteten jedenfalls von mehreren Explosionen, die vermutlich Dampfexplosionen waren. Auch wenn die Lava nicht in den Fluss fliesst, ist das nicht unplausibel, da der Sand am Rand des Flusses auch relativ feucht sein dürfte. Das ganze ist aber im wesentlichen nur lokal an der Eruptionsstelle von Bedeutung.

Mit den ersten Videoaufnahmen taucht die Eruption jetzt auch mit einem recht vernünftigen Bericht in der Tagesschau auf, auch im isländischen Fernsehen gab es heute einen recht ausführlichen Bericht (mit isländischem Kommentar) und neuen Bildern. Und nicht nur die Fernsehnachrichten erfreuen sich grosser Beliebtheit, dasselbe gilt auch für die Webcams. Míla hat dazu heute Zahlen für seine Kameras veröffentlich, so haben seit dem 29. August (dem Tag der ersten Spalteneruption) gut 1,5 Mio Menschen die Streams angeschaut, etwa 20% davon kam aus Island, der Rest überwiegend aus Europa und Amerika.

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Andreas September 3, 2014 um 05:45 Uhr

Auch von mir ein dickes DANKE für diese Berichte, die hier ja täglich einen auf dem laufenden halten.
Den Isländischen Bericht versteh ich noch nicht ganz (aber mehr als ich gedacht hätte), und sehr viel gutes Filmmaterial.
Ich glaube schon, das der Ausbruch noch länger dauert und auch die Landschaft drumrum doch sehr verändert, was aber eher auf die Kontinuität der Menge geschuldet ist.

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