Ausweitung der Eruption?

by Christian on 3 September, 2014

Radarbilder des täglichen Überwachungsfluges der isländischen Küstenwache zeigen, das sich der Riß in der Erdkruste aktuell weiter nach Süden ausweitet und am südlichsten Ende unter den Ausläufern des Dyngjujökull endet. Das erhöht die Chance für eine Überschwemmung nördlich des Gletschers beträchtlich, so das sich die Wissenschaftler, die in der Region arbeiten für heute zurückgezogen haben (das heisst nicht unbedingt, das es so kommen muss und auch nicht, das es unbedingt nennenswerte Mengen an Asche geben muss). Zusätzlich gibt es Berichte über einen Eiskrater im Dyngjujökull, der mindestens 1km lang ist (zu den anderen Dimensionen ist bisher nichts berichtet worden). Der vulkanische Tremor ist seit heute nachmittag ebenfalls deutlich erhöht.

140903 Radarbild Holuhraun

Radarbild des Holuhraunlavafeldes und des Dyngjujökull (links unten). Der Verlauf der Spalten ist mit roten Linien verdeutlicht. Bild von der isländischen Küstenwache/Universität von Island.

Weiter wurden heute eine neue Auswertung der GPS-Daten der Meßstationen rund um den Bárðarbunga veröffentlicht nach der die Größe der Magmaintrusion in den letzten Tagen trotz der Eruption bei Holuhraun zugenommen und sich nicht verringert hat. Das deutet darauf hin, das aktuell mehr Magma nach oben strömt als durch die Eruption zutage gefördert wird. Die Daten aus der Zeit vom 31.08. bis zum 03.09. zeigen eine deutliche Ausdehung (ein Auseinanderbewegen der Meßstationen relativ zueinander). Die unten stehende Karte wurde von der Universität von Island veröffentlicht, auf ihr sind auch die Bruchlinie in der rechten oberen Ecke (grüne Linie) und die Erdbeben der letzten Tage eingezeichnet.

140903 GPS Ausdehnung

Karte der Inflation der Aktivitätsregion. Karte von der Universität von Island.

Im Moment gibt es noch keine Eruption, die Daten deuten aber nach Aussagen der Wissenschaftler darauf hin, das sich die Spalte weiter unter den Gletscher verlängern könnte und es dann einen subglazialen Ausbruch geben könnte. Was dann passiert, bleibt abzuwarten.

Nachtrag: Es gab mittlerweile einen weiteren Überwachungsflug von Geologen und der isländischen Küstenwache, der bisher keine Anzeichen für einen erweiterten Ausbruch gefunden hat.

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Vulkan September 3, 2014 um 17:05 Uhr

Also können wir unseren Flug vergessen am 22.09 das wird nicht besser immer schlimmer.) – :

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Christian September 3, 2014 um 17:24 Uhr

Abwarten. Die überwiegende Windrichtung der letzten Tage ging nach Norden. Da hätte es Nordisland und Grönland erwischt. Es ist solange alles im grünen Bereich, bis das Ggenteil mitgeteilt wird (und da bin ich auch dabei :-) ).

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Hans-Jürgen September 3, 2014 um 18:41 Uhr

Hallo Christian,
das ist hier spannender als jeder Krimi…
Was darf man denn von dieser Seite http://de.windfinder.com/weather-maps/forecast#4/58.12/-3.15 hier halten.
Ich vergleiche die immer mit den Wettervorhersagen hier im Blog und wenn ich das richtig interpretiere steht der Wind wohl auch in den nächsten Tagen für eventuelle Fälle günstig . (Wenn er sich denn an die Vorhersagen hält :-) )

Tomy September 3, 2014 um 17:16 Uhr

Das hört sich für mich nicht gut an, nachdem ich heut noch recht positiv war denke ich das wird wohl doch nix am Samstag in die USA zu kommen, das Ding geht bald hoch und das wird keine 70 Stunden mehr dauern! Verdammter Mist!

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marc September 3, 2014 um 17:50 Uhr

Meinst du damit, egal ob es heute Nacht ausbrechen wird, dass ich morgen früh um 0700 uhr, trotzdem fliegen kann. ?

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Urlauber Nr .2 September 3, 2014 um 18:01 Uhr

Danke dir (-:

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Andreas September 3, 2014 um 18:04 Uhr

Hallo zusammen

Derzeit befinden wir uns gerade auf Island in den Ferien. Besten Dank nochmals für die Zeitnahen Informationen auf der Seite hier. Irgendwie bekommt man hier direkt vor Ort nicht viel mit oder wir verstehe es nicht ;)

Wir hoffen alle dass sich die Lage wieder ein bisschen beruhigt und nichts passiert.

Grüsse

Andreas

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Roland A. Mores September 3, 2014 um 18:08 Uhr

Ich bin einfach gegangen, und bin nun ebenso einfach wieder zurück. Ich weiss, es hätte durchaus auch ganz anders kommen können. Aber ich glaube, Spekulationen nach dem Prinzip: Wenn ich diese Treppe runtergehe, könnte ich ja stürzen und mir das Bein brechen – also gehe ich diese Treppe besser erst gar nicht runter … Wenn ich mich nicht irre, hat Christian hier vor ungefähr 4 Jahren, beim Ausbruch des Eyafjalla, den weisen Tipp gegeben, in solchen Fällen neben dem Plan A auch immer einen Plan B bereitzuhalten. Dieses Prinzip bewährt sich nicht nur bei Vulkanausbrüchen, sondern z.B. auch, wenn man in den wirklich harten Jahreszeiten von November bis April in Island unterwegs ist.

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Roland A. Mores September 3, 2014 um 18:15 Uhr

Oh, gerade entdeckt, dass ich einen Satz nicht beendet habe …. Wollte eigentlich sagen: (…) „ich glaube, Spekulationen nach dem Prinzip: Wenn ich diese Treppe runtergehe, könnte ich ja stürzen und mir das Bein brechen – also gehe ich diese Treppe besser erst gar nicht runter … bringen nicht wirklich viel.“

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Sabine September 3, 2014 um 20:24 Uhr

Was glaubt Ihr, ist Christian: das Orakel von Delphi, Jesus oder ein Märchenonkel?
Woher soll der wissen, ob und wann der Vulkan ausbricht? Ich finde, auf dieser Seite findet man super aktuelle Informationen, ohne Spekulationen, Sensationen oder anderes unseriöses Gedöns. Vielen Dank dafür. Mehr kann man nicht erwarten!
Also fährt jeder zu seinem Flughafen, so wie geplant und schaut, ob und wann der Flieger geht. Da müssen ggf. mehr als Plan A und B her. Wir haben am Donnerstag unseren Flug gebucht: entweder er geht oder nicht, dann bleiben wir eben hier.
Außerdem sollte man sich ein Beispiel an den Isländern nehmen – die nehmen´s nämlich ganz gelassen, so gelassen, dass man fast nichts davon erfährt. Wir waren vor 10 Tagen im Süden von Island und wurden von einem isländischen Freund unseres Guide so nebenbei davon informiert, dass es wohl einen kleinen Vulkanausbruch gegeben hat (was sich später als Fehlalarm erwiesen hat). Was haben wir daraufhin gemacht? Wir haben weiter im Moos unseren Mittagsschlaf gehalten.
Also ruhig Blut – das ist ein interessantes Naturspektakel – davon geht die Welt nicht unter!

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Ilka September 3, 2014 um 21:43 Uhr

Hmmmm….Stimme zu das es niemand vorhersagen kann….
Aber das man sich sorgt, das der Hinflug in den einzigen grosssen Jahresurlaub gecancelt wird, auf den man sich seit Monaten freut finde ich absolut legitim.
Wäre ich schon im Urlaub angekommen würde es mich auch weniger stören…
Aber on topic: tolle Seite!Ich merke das mich das Thema immer mehr fesselt, nicht nur wegen meines Urlaubsfluges…und so schön unaufgeregt😊

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Sabine September 4, 2014 um 05:40 Uhr

Den ausführlichen Ausführungen von Sabine 😊 vorhin gebe ich in allen Punkten recht !
Sicher ist jeder um seinen Flug , dem Urlaub wohlverdient natürlich , dem schönen Wetter , der Erholung etc. besorgt . Ich bin froh um jede aktuelle Info von Christian ! die Situation auf Island betreffend. Die Flieger – Fragen klären doch alle am besten am Flughafen . Die Erde ist offen auf Island – eine Naturgewalt ! Ein klein bisschen Demut wäre nicht schlecht !

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Christian September 3, 2014 um 18:53 Uhr

Spannend bleibts – und nicht vorherzusagen. Solche Karten sind nicht schlecht, die beruhen ja auf den aktuellen Wetterkarten und -bildern. Vom isländischen Wetterdienst gibt es ähnliches (allerdings deutlich kleinräumiger). Siehe hier: http://en.vedur.is/weather/forecasts/elements/

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marc September 3, 2014 um 19:01 Uhr

@Christian
Was glaubst du wie wird sich die Lage bis morgen früh entwickeln, habe den flug um 0700 uhr.

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