Entwicklung am Bárðarbunga [16.]

by Christian on 8 September, 2014

Die Eruption im Holuhraun Lavafeld geht unvermindert weiter, die ausgeworfene Lavamenge bedeckt mittlerweile über 19 Quadratkilometer Land. Dabei sind 100 Mio Kubikmeter Lava ausgeworden worden, der Lavastrom hat sich gestern mit bis zu 100 m/h ausgebreitet, was für ein so zähflüssiges Material sehr schnell ist. Die Spitze des Lavastroms kommt mittlerweile in Kontakt mit dem Wasser der Jökulsá á Fjöllum, aber bis auf Dampfentwicklung ist bisher nichts passiert. Die Karte zeigt in orange das Fortschreiten der Lava bis gestern abend, der Fortschritt über Nacht ist mit der gelben Linie markiert.

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Karte der Lavaausbreitung von der Universität von Island. Original und höher aufgelöste Versoin hier.

Die Eruptionsstelle setzt erhebliche Mengen an Schwefeldioxid frei, das giftig und umweltschädlich ist. In Ostisland führt dort zu den höchsten Konzentrationen dieses Gases, die dort je gemessen worden sind. Die Gase der Eruption führen dort auch zu einem bläulichen Nebel. Die Schwefeldioxidwolke treibt auch über den Atlantik und sorgt in anderen Ländern für deutlich höhere Konzentrationen in der Luft. An der Ausbruchsstelle waren die Konzentrationen gestern teilweise so hoch, das sich die Wissenschaftler trotz Schutzmasken zurückziehen mussten, um eine Gesundheitsgefährdung auszuschliessen.

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Ausbreitung der Schwefeldioxidwolke in Richtung Grossbritannien am 05.09.2014. Daten von hier.

Die Schwefeldioxidwolke hat sich zwischenzeitlich bis nach Grossbritannien und Irland ausgebreitet, in den letzten Tagen ist das aufgrund veränderter Windrichtungen aber wieder anders. Jetzt ist überwiegend der Osten Islands betroffen. Unten ein Meßdiagram aus Dublin/Irland vom 06.09.2014:

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Schwefeldioxidmessungen aus Irland vom 06.09.2014, Original hier.

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Melii September 8, 2014 um 14:59 Uhr

Danke für die neue Info. Was denkst du wie weit das noch mit dem Lava geht meinst du der hört bald auf oder wird das schlimmer.?

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Stefan September 8, 2014 um 20:28 Uhr

Hallo, kurze Frage: kann eine Schwefeldioxidwolke auch den Luftverkehr beeinträchtigen, oder sogar sperren?

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Christian September 9, 2014 um 06:37 Uhr

Soweit ich weiss, nicht.

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Dominik September 8, 2014 um 21:24 Uhr

Herzlichen Dank für all die News. Wir sind auf Island und verfolgen die Geschehnisse über diese Seite. Weiter so, ist sehr hilfreich!:-)

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Thomas September 9, 2014 um 06:27 Uhr

Meine Freundin und ich fliegen nächste Woche nach Island und sind 16 Tage vor Ort. Wir hoffen, dass uns der Vulkan keinen Strich durch die Rechnung macht. Wir haben uns so sehr auf diesen Urlaub gefreut. Seit ein paar Wochen ist die Vorfreude allerdings etwas betrübt, da wir mit Sorge die Entwicklung des Vulkans beobachten. Hoffentlich geht alles gut und wir können eine schöne Zeit auf Island verbringen…

Danke für die aktuellen Infos auf deiner Seite!

VG
Thomas

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Lara Berger September 9, 2014 um 06:45 Uhr

Guten Morgen aus Deutschland!

Ich verfolge die Seite mit großer Spannung. Was für ein Ereignis, so ein Aufbruch einer Spalte. Ein Geologe sagte einmal das sei der Atlantische Rücken, der sich auf Island erhebt und denn man nun mal ohne Wasser darüber beobachten kann.
So weit so wunderschön. Aber die Sache hat auch eine Kehrseite für alle, die die Wärme lieben, oder? Ist nicht auch beim 8monatigen Ausbruch des Laki Ende des 18.Jhdt. viel Schwefeldioxid entwichen? Und geht man nicht heute davon aus, dass es sich um die Erde verteilt und für recht garstiges Wetter sorgen kann? Kalte, lange Winter, ausgefallene Sommer?

Trotzdem ist ein Vulkanausbruch eine äußerts spannende Sache! Wie gerne wäre ich dort um es mit eigenen Augen zu sehen. So wie bei YouTube als 9 Min. Video eingestellt ( https://www.youtube.com/watch?v=RgcMc92CYIE ).
Daher bin ich sehr froh diese Seite gefunden zu haben und möchte mich an dieser Stelle für Ihre Mühe, sie so wunderbar ausführlich zu betreiben, bedanken!

Viele Grüße vom 53. Breitengrad an den 64. Breitengrad
Lara Berger

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Christian September 9, 2014 um 07:53 Uhr

Ja, der Laki-Ausbruch hat gewaltige Mengen an Schwefeldioxid und Fluor freigesetzt. Dieser Ausbruch war aber mit 15 Kubikkilometern (oder 15.000 Mio Kubikmetern) mehr als 100x grösser als das was im Moment passiert. Im Holuhraun Lavafeld sind bisher geschätzte 100 Mio Kubikmeter (oder 0.1 Kubikkilometer) an Lava freigesetzt worden.

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Serian T. Kallweit September 9, 2014 um 06:57 Uhr

Offen gesagt kann ich diese recht weit verbreitete Angst was einen jetzigen Urlaub auf Island angeht, nicht mal im Ansatz verstehen. Ich würde was drum geben, wenn ich in dieser Zeit einen Islandurlaub antreten könnte!
Mein erstes Ziel wäre der Myvatn, von wo ich mir -koste es was es wolle- einen Heli-Rundflug buchen würde, um wenigstens einmal kurz live dabei sein zu können bei so einem Naturwunder, was sich da gerade in der Holuhraun abspielt.
So eine wunderbare, grundsätzlich harmlose (bis auf die hohe SO2-Konzentration) Spalteneruption mit langsam dahinfließender Lava ist auch auf Island nur selten zu bewundern.

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Serian T. Kallweit September 9, 2014 um 08:21 Uhr

Mit Spannung beobachte ich auch den weiteren Werdegang der Erdbeben.
Diese scheinen sich jetzt auf 4 Hauptregionen zu konzentrieren: Auf den Bardabunga, auf den Bereich der Holuhraun bis unter den Gletscher und südlich und nördlich des Herdubreids.
Besonders nördlich gibt es einen Bereich recht häufiger Erdbeben.
Ich habe das mal per Sreenshot aufbereitet, da sind (links) die 4 Gebiete zu sehen, und rechts vergrößert der Bereich um den Herdubreid (siehe unten der Link).
Sind die Bereiche um den Herdubreid auch als Magmaintrusion (Dykes) zu verstehen, oder eher als Erdbeben aufgrund tektonischer Vorgänge?
http://s1.directupload.net/images/140909/ubqy52ql.jpg

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Christian September 9, 2014 um 10:13 Uhr

Die Erdbeben in Richtung des Herdubreid sind meines Wissens tektonisch (oder durch den Stress der Magmaintrusion ausgelöst). Ich finde nur die Quelle dazu im Moment nicht.

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Melii September 9, 2014 um 13:31 Uhr

Was denkt ihr ob der Vulkan noch eine Aschewolke noch produzieren wird.

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Christian September 9, 2014 um 13:49 Uhr

Die aktuelle Eruption im Holuhraun Lavafeld nicht, oder nur sehr lokal begrenzte. Ob Bardarbunga selber noch ausbricht und was dann passiert, weiss niemand.

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Melii September 9, 2014 um 14:17 Uhr

Danke für die schnelle Antwort. Was denkst du wie viel km die Lava noch voran kommt ergend wann ist doch Stop. Das kann doch nicht so weiter gehen.?

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Christiane September 9, 2014 um 14:32 Uhr

Ich habe hoffentlich das Glück Ende September dort zu sein und ich spiele mit dem Gedanken dort einen Heliflug zu machen. Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber im Moment tritt nicht mehr soo viel Lava aus oder? Ich meine bei den 1600 Euro Flugkosten sollte sie schon sprudeln…..
Egal erstmal hinkommen, dann sehen wir weiter….

LG Christiane

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Melii September 9, 2014 um 16:13 Uhr

Die Frage ist ob wir Ende des Monats überhaupt fliegen können Grade auf n24 Meldung aschewolke. Echt die scheiße am dampfen….

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René September 9, 2014 um 17:10 Uhr

Melii? Woher hast Du das? Im Internet finde ich nur alte Meldungen von N24, was schon als Panikmache abgegolten wurde… Gibt es neue Infos? Bisher gibg es ja nur kleine regionale Aschewolken.

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Christian September 9, 2014 um 17:49 Uhr

Reine Panikmache. Bardarbunga bricht aktuell (09.09.14, 19.48h) nicht aus. Die einzige Meldung die ich bei N24 zu diesem Thema finde, ist vom 29. August. Also ruhig bleiben, keine Panik bekommen und einfach fliegen.

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Christiane September 9, 2014 um 19:35 Uhr

Das stimmt, Christian. Wenn man schon Panik schiebt dann doch bitte mit den aktuellsten Tatsachen :)

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René September 10, 2014 um 07:06 Uhr

Dann bin ich aber beruhigt =) Verfolge den Blog auch schon paar Tage, finde die Berichte hier wirklich DER HAMMER, großes Kompliment und was in Island vor sich geht ist hoch spannend! Durch diese Panikmachberichte bin ich zugegebenermaßen auch erst hierher gelangt, da ich nach weiteren Infos gesucht habe.

Ich werde am Dienstag selbst über den „großen Teich“ fliegen und bin mir relativ sicher, dass die deutschen Medien mal wieder etwas sensationsgeil sind, zumal die Triebwerke seit 2010 auch verbessert wurden und eben nicht am Boden bleiben werden, wenn eine „überschaubare“ Aschekonzentration in der Luft liegt.

Die N24-Meldung vom 31.08. ist zudem sehr schlecht recherchiert.

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Melii September 10, 2014 um 11:37 Uhr

Die deutschen Medien die übertreiben alles.ich denke mal das es zu einer Aschewolke kommen kann und die wind Richtung ist auch wichtig . Aber wir können es nicht voraus sehen. was mich interessieren würde ist ob es diesen Monat noch passiert hoffe ich nicht fliege auch in 2 Wochen. wir haben gebucht und jetzt alles stornieren wollen wir es nicht. Aber danke diesem Blog habe ich noch Hoffnung danke für die schönen interessanten Informationen.

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AnotherSillyTourist September 10, 2014 um 14:47 Uhr

Stichwort Wind und nur als Tipp: es gibt Webseiten, die sich nicht nur auf „pauschale“ Wettervorhersagen, sondern gezielt auf Windvorhersagen spezialisieren. Da sind auch Wetterkarten des Nordatlantiks zu sehen, eben mit Prognose für die jeweils kommenden Tage…einfach mal googeln.
Und vielen Dank an Christian für die guten, neutralen Infos hier!

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Melii September 10, 2014 um 15:51 Uhr

Hast du den eine Internet Seite die genau zwei Wochen vorher die wind Richtung sagt ? Wenn ja dann Danke ich dir schon jetzt für

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Christian September 10, 2014 um 15:59 Uhr

Großwetterlagen lassen sich vielleicht länger vorhersagen, aber detaillierte Windrichtungsanalysen sind soweit in die Zukunft nicht sinnvoll möglich. Dazu spielen da viel zu viele Faktoren mit. 3-5 Tage sind maximal machbar.

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Melii September 10, 2014 um 16:12 Uhr

Christian wie sieht die Lage Grad in Island aus ist da eine Besserung in Sicht? Ergend wie ruhiger Lava und Co?

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Christian September 10, 2014 um 20:11 Uhr

Was für eine Besserung? Aktuell strömt Lava aus – mehr passiert nicht.

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andina September 10, 2014 um 18:55 Uhr

Der Vulkan scheint Wunder zu bewirken.Siehe das 3:0 Islands gegen die Türkei bei der EM Quali.Immer schön am Ball bleiben.Weiter so

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