Gletscher über Bárðarbunga senkt sich weiter ab

by Christian on 9 September, 2014

Die in den letzten Tagen beobachtete Einsenkung des Gletschereises über dem Bárðarbunga hat sich fortgesetzt. Nach geologischen Maßstäben geschieht das rasend schnell, im Moment mit bis zu 90cm am Tag, so sich das die tiefsten Stellen im Eiskrater in den letzten Wochen um bis zu 18m abgesenkt haben. Die Geologen von der Universität von Island sagten dazu, das ein solcher Prozess noch nie zuvor quasi live beobachtet worden wäre. Die Graphik zeigt den Eiskrater über Bárðarbunga.

140909 2014-09-08allt-residulidar

Karte des Eiskraters über Bárðarbunga. Bild veröffentlicht von der Universität von Island, Original hier.

Ein dritter Eiskrater wurde am Sonntag bei einem Überwachungsflug über der Region im Dyngjujökull entdeckt, auch dort gibt es offenbar noch Aktivitäten, die das Eis verändern. Genau wie die beiden anderen Eiskrater befindet er sich in einer Linie mit der Eruptionsspalte. Es wird angenommen, das diese Krater durch kleine subglaziale geothermale Aktivität hervorgerufen worden sind. Diese ist zumindest im Moment aber so klein, das es nicht zu grösseren Auswirkungen kommt. So ist beispielsweise der Wasserstand der Jökulsá á Fjöllum nicht erhöht, allerdings könnte diese Aktivität die erhöhte Leitfähigkeit im Wasser erklären, die in den letzten Tagen gemessen wurde.

Die Eruption im Holuhraunlavafeld geht unterdessen weiter und die Lava fliesst weiterhin in Richtung der Jökulsá á Fjöllum. Dort kam es durch die Interaktion von heisser Lava und Wasser/nassem Sand zu Dampfexplosionen, die einen ersten Pseudokrater formten (diese entstehen, wenn Lava über wassergesättigte Schichten fliesst und der dabei entstehende Dampf nicht entweichen kann. Wird der Druck zu hoch, reisst die Dampfexplosion einen Krater auf). Dazu passen auch die Berichte, das Geologen einige Kilometer vom Ausbruchsort entfernt über Tephrafall (kleine, leichte Lavastücke) berichteten, die von den Dampfexplosionen in den Himmel geschleudert sein könnten.

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment


Previous post:

Next post: