Entwicklung am Bárðarbunga [19.]

by Christian on 13 September, 2014

Die Eruption ging heute in den 14. Tag (diese Eruptionsphase begann am 31. August) und es gibt keine Anzeichen, das sie bald aufhören wird. Mittlerweile sind gut 200 Mio Kubikmeter Lava ausgeworfen worden, diese bedecken gut 24,5 Quadratkilometer Land. Im Bereich der Spalte bilden sich jetzt auch richtig hohe Vulkankrater, der südlichste von ihnen, der unten im Bild zu sehen ist, ist mittlerweile gut 70m hoch (die Lava spritzt nochmal gut 30m höher). Die Eruption beginnt jetzt auch die Landschaft deutlich zu verändern. Setzt der Lavastrom seinen aktuellen Weg fort, wird er in den nächsten Tagen die Jökulsá á Fjöllum komplett blockieren (aktuell sucht sich der Fluss noch neue Wege neben der Lava) und aufstauen. Der sich bildende See wird dann solange ansteigen, bis er über den neuen Lavastrom hinwegfliessen kann. Dieser Prozess passiert in Island seit Urzeiten, die Geologen sind aber sehr erfreut dabei quasi in Echtzeit zusehen zu können.

Die Absenkung des Calderabodens der Bárðarbunga geht weiter, in den letzten 24h um mindestens 50cm. Diese Werte sind jetzt deutlich zuverlässiger, da Geologen ein GPS-Gerät auf dem Gletscher über dem Vulkan platziert haben.

140913 scoria cone

Foto veröffentlicht von der Universität von Island, Fotograf Johanne Schmith. Original hier.

Ebenso wie die Eruption geht auch die Freisetzung von Schwefeldioxid weiter, zur Zeit nach Angaben der Geologen der Universität von Island bis zu 750kg/sek. Aufgrund der Wetterlage führt das zeitweise zu Rekordwerten des Gases in Ostisland, so erreichte Reyðarfjörður gestern abend Spitzenwerte von fast 4000 Mikrogramm/Kubikmeter Luft, Egilsstaðir immerhin noch gut 650 Mikrogramm/Kubikmeter. Je nach Windlage sind diese Spitzenwerte auch schnell wieder vorbei, Leuten mit Atemwegserkrankungen wurde aber der Aufenthalt in geschlossenen Räumen empfohlen. Aktuelle Meßdaten finden sich hier, auf der Karte die passende Meßstation auswählen und auf „meira“ klicken.

140913 so2 ostisland

Schwefeldioxidkonzentrationen in Ostisland. Daten von der isländischen Umweltbehörde.

Zum Schluß noch ein kurzer Zeitrafferfilm, der die Fortbewegung der vordersten Spitze des Lavafeldes zeigt. Zwar stark beschleunigt, aber auch real war die Lava mit 40-100 m/h recht schnell unterwegs.

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Lukas September 14, 2014 um 09:00 Uhr

Wie immer top Informationen und noch dazu ein eindrucksvoller Zeitrafferfilm – danke!

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