WowAir ist pleite

by Christian on 28 März, 2019

WowAir ist pleite und stellt mit dem heutigen Tag seinen Geschäftsbetrieb ein. Diese doch überraschende Meldung ging heute durch die isländischen Medien. Vorangegangen war eine monatelange Zitterpartie, ob der neue Investor Indigo die Fluglinie nicht doch retten könnte, nachdem die Verhandlungen mit Icelandair im letzten Jahr erfolglos geblieben sind.

WowAir Ende

Hinweis auf der WowAir-Webseite heute Mittag.

Das die Probleme größer sind, als zunächst angenommen, hatte sich bereits vor etwa einer Woche angedeutet, als reihenweise Flüge ausfielen und Reisende auf verschiedenen Flughäfen strandeten. Indigo hatte da bekanntgegeben, sich trotz Sparmaßnahmen und Restrukturierungen nicht an WowAir beteiligen zu wollen, ein letzter Rettungsversuch des Gründers Skuli Morgensen, die Schulden in Beteiligungen an der Fluglinie umzuwandeln und die restlichen Anteile zu verkaufen, war letztendlich nicht erfolgreich.

Die Pleite wird neben den direkten Auswirkungen auf den Luftfahrsektor (also die Beschäftigten von Wowair und der Servicegesellschaft in Keflavik) auch deutliche negative Auswirkungen auf die gesamte Touristikbranche haben.

Nach einer Studie von Reykjavik Economics rechnet man mit einer Entlassung von 5-15% der in diesem Bereich Beschäftigten, das entspricht zwischen 1500 und 4500 Menschen. Das hört sich zunächst nicht viel an, setzt man es aber in Bezug zur Gesamtbevölkerungszahl, sieht das schon deutlich dramatischer aus, betroffen wären dann zwischen 0,5 und 1,5 der Bevölkerung.

Zusätzlich wird mit einem Rückgang des BIP für 2019 zwischen 0,9 und 2,7% gerechnet. Für diesen Rückgang ist alleine der Rückgang der Besucherzahlen verantwortlich, da die anderen Fluggesellschaften die wegfallenden Kapazitäten nicht auffangen werden können. Bereits im Januar war mit Germania ja eine weitere Fluggesellschaft weggefallen, die Verbindungen nach Island angeboten hatte. Der Betreiber des Flughafens in Keflavik hatte danach die Prognose für die Passagierzahlen auf gut 8,9 Mio für 2019 korrigiert, das entspricht etwa dem Niveau von 2017. Gut möglich, das man hier jetzt noch weiter runtergehen muss.

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