Wege zur Eruption

by Christian on 23 März, 2021

Auf den Webcams aus dem Geldingadalur sind häufig Besucher zu sehen, in Island wird das ganze als „turist gos“ (wörtlich Touristenausbruch) bezeichnet. Nur wie kommt man zur Eruption, da dort keine Strasse hinführt?

Aktuell gibt es da zwei Möglichkeiten eine teure und eine die Zeit kostet. Die teure Möglichkeit ist es, einen Hubschrauberflug zu buchen sich direkt im Geldingadalur absetzen zu lassen. Die günstige, aber zeitintensive ist eine Wanderung von der Strasse 426 an der Südküste.

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Karte des Wanderweges zur Eruptionsstelle. Karte von Icelandreview.

Der Weg ist mittlerweile durch Freiwillige markiert worden und soll gut sichtbar sein, trotzdem sind einige Sicherheitsmaßnahmen angebracht. Empfohlen werden für die ca. 3,5km lange Strecke (eine Richtung), für die man je nach Fitnesszustand und Wetter ca. 1,5 – 2h braucht neben ausreichend Getränken und Lebensmitteln auch festes Schuhwerk, ausreichend Kleidung (warme sowie auch wasserdichte), um gut hin- und zurückzukommen.

Man darf nicht vergessen, das der Winter in Island noch nicht vorbei ist und auch wenn es sich hier um eine Region handelt, die in knapp einer Stunde von Reykjavik aus mit dem Auto zu erreichen ist, liegt die Eruption doch in einem relativ schwer zugänglichen Gebiet. Zudem ist der Mobilfunkempfang dort schlecht, so dass es möglicherweise schwierig ist, Hilfe zu rufen, wenn das notwendig werden sollte.

Am Wochenende hat ein Wetterumschwung zu einem grösseren Einsatz des isländischen Rettungsdienstes Landsbjörg geführt, die sich letztendlich um ungefähr 40 Personen kümmern mussten, die nicht ausreichend ausgerüstet waren und teilweise an Unterkühlungen litten.

Vor Ort ist dann noch zu beachten, das der Vulkan Schwefeldioxid freisetzt, ein giftiges Gas. Es ist schwerer als Luft und sammelt sich daher gerne in Senken, was besonders problematisch ist, wenn wenig Wind ist. Ansonsten muss man bei der Annäherung an den Vulkan immer auf die Windrichtung achten.

Letztendlich gefährlich ist natürlich auch die Lava – das sind ja geschmolzene oder rotglühende Steine. Hier gilt es auch, ausreichend Abstand zu halten.

Island wäre nicht Island, wenn es mittlerweile nicht auch kommerzielle Angebote gäbe, zur Eruptionsstelle zu gelangen, so bietet beispielsweise Reykjavik Excursions Bustouren zum Beginn des Wanderweges an.

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Zeitrafferaufnahme der Eruption

by Christian on 23 März, 2021

Der Vulkanausbruch ist ja eher kleiner und man kann das Geschehen tatsächlich gar nicht so gut einschätzen. Es gibt jetzt von den Livestreamaufnahmen von Samstag, dem 20.03.21 einen Zeitrafferfilm, der schön zeigt, wie sich die Lava im Laufe des Tages ausbreitet.

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Aussprache des Fagradalsfjall

by Christian on 22 März, 2021

Verschiedene Spassvögel haben sich vor der Eruption darüber lustig gemacht, das es wieder einen isländischen Vulkan geben könnte, dessen Name ein Alptraum für die internationalen Nachrichtensprecher sein könnte. Mit Fagradalsfjall ist es da ja noch recht harmlos gekommen. Trotzdem gibt es jetzt ein Video, in welchem die Aussprache verschiedener Orte im Bereich des Vulkans demonstriert wird.

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Webcam zur Eruption

by Christian on 20 März, 2021

Island wäre nicht Island, wenn es nicht bereits eine Live-Webcam von der Eruption geben würde. Tagsüber ist das nichts so spektakulär, nachts dafür aber umso mehr.

RUV Webcam bei Nacht.

Es gibt auch weitere Webcams, die stehen aber weiter weg und zeigen je nach Sicht nur einen roten Himmel:

RUV Webcam 2 an der Reykjanesbraut

Mila Reykjanes

IP Cam

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Drohnenbilder der Eruption

by Christian on 20 März, 2021

Nachdem heute Drohnen weit verbreitet sind, gibt es bereits aus der ersten Nacht der Eruption des Fagradalsfjall eindrucksvolle Videoaufnahmen des Ausbruchs und von fliessender Lava.

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Nachdem es in den letzten Wochen durch aufsteigende Lava zu ungefähr 50.000 kleineren und größeren Erdbeben gekommen ist – die stärksten mit über 5 auf der Meßskala waren bis über den Hauptstadtraum hinaus spürbar – ist es gestern abend dann zum Spaltenausbruch des Fagradalsfjall gekommen.

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Karte des Ausbruchsgebietes im Geldingadalur, Karte von RUV.

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Übersichtsfoto über die Gegend, Original von RUV.

Es ist zu einem relativ kleinen Spaltenausbruch gekommen, erste Berichte sprechen von ca. 200m, die Lava fliesst in dem unbewohnten Gebiet ungehindert zu den Seiten ab. Menschen sind nicht in Gefahr, da der nächste Ort ungefähr 10km entfernt ist. Auch der internationale Flughafen in Keflavik, der auch relativ dicht in der Nachbarschaft liegt, ist bisher nicht betroffen, eine Aschewolke wie beim Ausbruch des Eyjaflallajökull 2010 wird nicht erwartet. Ein erstes Bild aus der Nacht, das von der isländischen Küstenwache gemacht wurde, zeigt die Eruptionsstelle.

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Erstes Bild der Eruption, Bild vom isländischen Wetterdienst.

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Island vor Vulkanausbruch?

by Christian on 3 März, 2021

Nachdem es am 24. Februar auf der Reykjanes-Halbinsel ein Erdbeben der Stärke 5,7 gegeben hat, ist im nachfolgenden Erdbebenschwarm die Erde nicht mehr zur Ruhe gekommen, seitdem hat es über 10.000 Beben gegeben. Die meisten davon nur meßbar, aber es waren auch einige dabei, die wie das Hauptbeben bis nach Reykjavik spürbar waren. Zusätzlich kam es zu einer starken Anhebung der Region, teilweise um bis zu 30cm, was zur Vermutung durch die Geologen führte, das Magma in den Untergrund einströmt.

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Erdbebenkarte von Reykjanes vom heutigen Tag.

Seit heute am frühen Nachmittag wird auf den Meßstationen auf Reykjanes zusätzlich sog. harmonischer Tremor gemessen, der entsteht, wenn sich Magma im Untergrund bewegt. Der isländische Wetterdienst geht daher davon aus, das eine Spalteneruption möglicherweise unmittelbar bevorsteht und sich möglicherweise in den nächsten Stunden ereignen könnte (es ist aber auch möglich, das sich wieder alles beruhigt und nichts passiert).

Für den Fall eines Ausbruchs rechnen die Geologen mit einer kleinen, relativ harmlosen Spalteneruption im Bereich des Keilir.

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Karte der möglichen Ausbruchsspalte.

Mit einer Wiederholung der Situation von 2010, als der Ausbruch des Eyjafjallajökull zu wochenlangen Flugsperrungen in ganz Europa führte, wird nicht gerechnet, da es hier keinen Eisschild über einer möglichen Eruptionsspalte gibt. Der Flughafen Keflavik, der etwa 25km von dem Gebiet entfernt liegt, wird nach dem Beginn einer Eruption zwar wahrscheinlich gesperrt, diese Sperrung wird aber wohl nur temporär sein, bis das Eruptionsgeschehen eingeschätzt werden kann.

Eine Modellierung der Universität von Island geht von einem kleinen, regional sehr begrenzten Lavafeld aus, das hierbei entstehen könnte. Die Region ist mittlerweile abgesperrt, der Katastrophenschutz hat dazu aufgerufen, die Region nicht zu betreten. Zusätzlich wurde ein Flugverbot für Dronen erlassen.

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Modellierung eines möglichen Lavafeldes.

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WowAir ist pleite

by Christian on 28 März, 2019

WowAir ist pleite und stellt mit dem heutigen Tag seinen Geschäftsbetrieb ein. Diese doch überraschende Meldung ging heute durch die isländischen Medien. Vorangegangen war eine monatelange Zitterpartie, ob der neue Investor Indigo die Fluglinie nicht doch retten könnte, nachdem die Verhandlungen mit Icelandair im letzten Jahr erfolglos geblieben sind.

WowAir Ende

Hinweis auf der WowAir-Webseite heute Mittag.

Das die Probleme größer sind, als zunächst angenommen, hatte sich bereits vor etwa einer Woche angedeutet, als reihenweise Flüge ausfielen und Reisende auf verschiedenen Flughäfen strandeten. Indigo hatte da bekanntgegeben, sich trotz Sparmaßnahmen und Restrukturierungen nicht an WowAir beteiligen zu wollen, ein letzter Rettungsversuch des Gründers Skuli Morgensen, die Schulden in Beteiligungen an der Fluglinie umzuwandeln und die restlichen Anteile zu verkaufen, war letztendlich nicht erfolgreich.

Die Pleite wird neben den direkten Auswirkungen auf den Luftfahrsektor (also die Beschäftigten von Wowair und der Servicegesellschaft in Keflavik) auch deutliche negative Auswirkungen auf die gesamte Touristikbranche haben.

Nach einer Studie von Reykjavik Economics rechnet man mit einer Entlassung von 5-15% der in diesem Bereich Beschäftigten, das entspricht zwischen 1500 und 4500 Menschen. Das hört sich zunächst nicht viel an, setzt man es aber in Bezug zur Gesamtbevölkerungszahl, sieht das schon deutlich dramatischer aus, betroffen wären dann zwischen 0,5 und 1,5 der Bevölkerung.

Zusätzlich wird mit einem Rückgang des BIP für 2019 zwischen 0,9 und 2,7% gerechnet. Für diesen Rückgang ist alleine der Rückgang der Besucherzahlen verantwortlich, da die anderen Fluggesellschaften die wegfallenden Kapazitäten nicht auffangen werden können. Bereits im Januar war mit Germania ja eine weitere Fluggesellschaft weggefallen, die Verbindungen nach Island angeboten hatte. Der Betreiber des Flughafens in Keflavik hatte danach die Prognose für die Passagierzahlen auf gut 8,9 Mio für 2019 korrigiert, das entspricht etwa dem Niveau von 2017. Gut möglich, das man hier jetzt noch weiter runtergehen muss.

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Übernahme von Wow Air geplatzt

by Christian on 29 November, 2018

Die Übernahme von Wow Air durch die Icelandairgruppe, die am 05. November vereinbart worden war, wird nicht stattfinden. Das haben heute beide Unternehmen bekanntgegeben. Genaue Gründe sind nicht genannt worden, es wird aber vermutet, das die wirtschaftliche Situation von Wow Air deutlich schlechter ist, als zunächst befürchtet.

Erste Anzeichen dafür hatte es bereits am Dienstag gegeben, als die isländische Börsenaufsicht für mehrere Stunden den Handel mit der Icelandairaktie aussetzte und Icelandair bekanntgab, das nicht klar ist, ob und wie die Übernahme stattfinden könnte.

Wowair gab zudem bekannt, das es einen weiteren Interessenten für die Übernahme der Firma gäbe, ohne weitere Details zu nennen. Aktuell würden alle Optionen geprüft, Hauptziel sei eine Sicherung des Flugbetriebes. Dabei könnte es aber auch zu Kündigungen von Mitarbeitern kommen.

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Wow Air vor der Übernahme durch Icelandair?

by Christian on 5 November, 2018

Die isländische Fluglinie Wow Air ist in finanzielle Turbulenzen geraten, Medienberichten zufolge machen hohe Treibstoffkosten dem Unternehmen zu schaffen, zusätzlich gelten das sehr weiträumige Liniennetz nach Amerika (hier wurden unlängst einige Routen gestrichen) und Investitionen des Eigners Skúli Mogensen in eine Frachtfluglinie als unrentabel.

Der Plan ist, dass Icelandair die angeschlagene Fluglinie komplett übernimmt, sie soll (zumindest vorerst) unter dem eigenen Label weiterfliegen. Ausstehend sind für den Verkauf die Zustimmung der Kartellbehörde, die der Anteilseigner von Icelandair und eine genaue Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse von Wow Air. Für Icelandair könnte der Zukauf hilfreich sein, da sie einen Teil der Flugkapazität über dem Atlantik unter ihre Kontrolle bekommen. Die Firma hat selbst wirtschaftliche Probleme und entschieden, sich von ihrem Hotelgeschäft in Island (Icelandair und Edda Hotels) zu trennen.

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