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Entwicklung am Bárðarbunga [37.]

by Christian on 22 Februar, 2015

Die Holuhrauneruption ist nach wie vor aktiv, nimmt in ihrer Intensität aber weiterhin ab. Nach Aussagen der Geologen vergrössert sich das Lavafeld im Moment kaum noch und auch der „Füllstand“ der Lava im Krater hat abgenommen. Diese Entwicklung führt auch dazu, das geringere Mengen an Schwefeldioxid in die Umwelt freigesetzt werden.

Im Moment wir spekuliert, ob der Vulkanologe Haraldur Sigurðsson mit seiner Berechnung der Eruptionsdauer recht haben könnte. Er hatte im Oktober 2014 ein Ende der Eruption um den 04. März 2015 vorhergesagt. Ob diese Vorhersage zutrifft oder nicht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Allerdings hat auch der Geologe Magnús Tumi Guðmundsson auf Basis der zurückgehenden Aktivität ein baldiges Ende der Eruption vorhergesagt, allerdings ohne sich auf ein Datum festzulegen.

Auch die Aktivität an der Bárðarbungacaldera ist weiterhin rückläufig. Die Caldera senkt sich weiterhin ab, mittlerweile fließt aber auch Gletschereis in die Senke, was die Messungen des GPS-Gerätes ungenauer macht. Im Moment senkt sich die Caldera etwa um 5cm/Tag was erheblich geringer ist als zu Anfang der Messungen (da waren es ja zwischen 50 und 100cm/Tag).

Der Fernsehsender RÚV hat für heute abend eine Sendung mit Bildern der Eruption im Programm, die unten eingebundene Vorschau sieht schonmal recht interessant aus.

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Eurovision Song Contest 2015

by Christian on 16 Februar, 2015

Es ist wieder Zeit für Eurovision in Island und wer das Blog verfolgt, weiss, wie wichtig diese Veranstaltung für die Isländer ist. Dieses Jahr hat sich María Ólafsdóttir mit dem Song „Unbroken“ (oder „Lítil Skref“ im isländischen) für die Teilnahme an den Finalrunden (erst am Halbfinale und wenn sie sich da weiterkommt auch im Finale) des ESC in Wien qualifziert.

Interessantweise hatte sie in den ersten Runden der isländischen Qualifikation das Lied auf isländisch gesungen, im Finale am Wochenende dann aber auf englisch (so wie es später auch im Wettbewerb laufen wird). Ich habe unten beide Versionen verlinkt.

Englische Version von „Unbroken“, dem isländischen Beitrag zum ESC 2015.

Isländische Version von „Lítil Skref“, dem isländischen Beitrag zum ESC 2015. Wer mag, findet hier auch alle weiteren Teilnehmer der Show anhören/ansehen.

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Die Nornahrauneruption ist weiterhin aktiv, geht aber in ihrer Aktivität weiterhin langsam zurück. Das befeuert weiterhin Spekulationen über ein baldiges Ende der Eruption, wobei die Geologen betonen, das die Eruption auch auf dem aktuellen etwas niedrigerem Niveau noch lange weiterlaufen könnte. Die von der frischen Lava bedeckte Fläche nimmt immer noch zu, allerdings deutlich langsamer. So ist das neue Lavafeld jetzt etwa 85 Quadratkilometer gross, Mitte Januar waren es gut 84 Quadratkilometer.

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Karte von der Ausbreitung der Lava, Original veröffentlicht von der Universität von Island.

Mit der abnehmenden Stärke der Eruption wurde diese Woche auch die Sperrzone neu bewertet und leicht verkleinert. So rückt sie im Westen näher an die Jökulsá á Fjöllum heran, wie die Karte zeigt (die davor aktuelle Sperrzone findet sich hier). Für den Besuch der Sperrzone ist weiterhin eine spezielle Genehmigung nötig, weiterhin müssen persönliche Schutzausrüstung und Gaswarngeräte mitgeführt werden.

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Sperrzone um die Nornahrauneruption, Original und weitere Informationen beim isländischen Zivilschutz.

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Strafen gegen Kaupthingmanager

by Christian on 14 Februar, 2015

Der oberste Gerichtshof Islands hat die Strafen gegen die vier ehemaligen Kaupthingmanager im sogenannten Al-Thani-Fall bestätigt und in einigen Fällen sogar verschärft. Damit werden die Strafen rechtskräftig, die Manager können allerdings noch vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen und versuchen dort Gehör zu finden, was zumindest in einem Fall wohl passieren wird.

Im Einzelnen wurde Hreiðar Már Sigurðsson (der frühere Chef der Bank) zu 5,5 Jahren Haft, Sigurður Einarsson, (der frühere Vorsitzende des Aufsichtsrates) zu 4 Jahren, Ólafur Ólafsson (einer der ehemals grössten Anteilseigner) zu 4,5 Jahren Haft und Magnús Guðmundsson (ehemaliger Direktor von Kaupthing Luxemburg) zu 4,5 Jahren Haft verurteilt.

Allen Verurteilten wird zur Last gelegt, im September 2008 an einem großangelegten Betrugsmanöver zum Nachteil der Bank und der Anteilseigner beteiligt gewesen zu sein. Damals hatte der katarische Scheich Mohammed bin Khalifa al Thani (ein Investor aus der Herrscherfamilie Katars) angekündigt, 5,1% der Anteile Kaupthings kaufen zu wollen. Dieses wurde als Zeichen des Vertrauens in die wankenden isländischen Banken gesehen.

Was damals nicht bekanntgegeben wurde (und erst nach dem Zusammenbruch der Bank öffentlich bekannt wurde) ist die Tatsache, das der Scheich die Anteile mit einem Kredit der Bank erwarb und kein eigenes Geld riskierte. Dieses Handeln der drei Bankmanager und des grössten Anteilseigners als Komplizen war illegal und ist jetzt entsprechend bestraft worden.

Die Verurteilten werden in absehbarer Zeit zum Haftantritt aufgefordert werden, für die im Ausland lebenden heisst das, das ein internationaler Haftbefehl ausgestellt wird, wenn sie dieser Aufforderung nicht nachkommen. Hintergründe zum Fall finden sie hier (auf englisch).

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isländische Wörter [2.]

by Christian on 12 Februar, 2015

Nach langer Pause (bedingt durch den Vulkanausbruch und andere Umstände) gehts heute weiter mit den interessanten isländischen Worten.

Der heutige Kandidat heisst „hundslappadrífa“ und hat etwas mit dem Winter zu tun. Wörtlich übersetzt heisst es „Hundepfoten Schnee“ und bezeichnet nasse, grosse Schneeflocken die ruhig fallen (also nicht im Schneesturm). Mehr zu Schnee gibt es einmal hier auf englisch und dann hier auf isländisch.

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Live von der Eruption

by Christian on 7 Februar, 2015

Nachdem die Eruption in Island bisher relativ wenig mediale Aufmerksamkeit erhalten hat (gerade gemessen an der Dauer und der ausgeworfenen Lavamenge), war die ABC Show „Good Morning America“ letzte Woche am Lavafeld und hat live berichtet. Ein Teil der Videos findet sich bei RÚV, ein weiteres habe ich unten eingebettet.

Weitere Livebilder der Eruption gibt es auch von zwei neuen Webcams, die hier zu finden sind. Diese liefern allerdings nur Standbilder. Auf der Webseite finden sich zudem auch andere Regionen, in denen Webcams stehen.

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Ansicht der neuen Holuhraunwebcam.

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Lavadicke und Eiskrater

by Christian on 29 Januar, 2015

Nachdem Wetter und Schnee längere Zeit keine vor Ort Inspektion des Nornahraunlavafeldes zuliessen, hab es letzte Woche eine Chance für die Geologen, das Feld zu Land und auch aus der Luft zu vermessen. Aus den Daten wurde eine neue Karte mit der Stärke des Lavafeldes erzeugt.

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Karte der Dicke des Nornahraunlavafeldes. Karte veröffentlicht von der Universität von Island.

Demnach ist das Lavafeld durchschnittlich gut 20m stark, in vielen Bereichen der Mitte sogar bis zu 40m. Der Eruptionskrater selber ist mittlerweile 75m hoch (das ist so hoch wie der Turm der Hallgrimskirkja in Reykjavik). Aus diesen Berechnungen lässt sich jetzt auch die freigesetzte Lavamenge wieder abschätzen, diese liegt nach Angaben der Geologen bei 1,4 Kubikkilometern.

Das sich die Absenkung in der Bárðarbunga Caldera verlangsamt, hatte ich schonmal berichtet. Nachdem zwischenzeitlich der GPS-Sensor gewartet wurde, gab es auch für ein paar Tage Daten, die diesen Trend bestätigen.

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GPS Daten zur Absenkung der Bárðarbunga Caldera. Aktuelle Version beim isländischen Wetterdienst.

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diverses zum Vulkanausbruch

by Christian on 21 Januar, 2015

Heute mal eine Sammlung eher kleiner Meldungen zur Eruption, die sich in der letzten Zeit so angesammelt haben. Die Eruption geht nach wie vor weiter, sie scheint sich aber zu verlangsamen und auch die freigesetzten Schwefeldioxidmengen schwanken. Sie stellen aber weiterhin eine Gefährdung der Gesundheit dar. Das haben jetzt Vulkanologen gemerkt, die sich im Herbst längere Zeit in der Nähe des Eruptionsortes aufgehalten haben. Sie entwickelten dabei Husten und Probleme mit der Atmung, die verschwanden, als sie nach Reykjavik in den Weihnachtsurlaub fuhren. Mediziner an der Universität von Island sind aktuell auch dabei, ein Forschungsprojekt über die gesundheitlichen Auswirkungen des Ausbruchs anzuschieben.

Mit der zurückgehenden Aktivität des Vulkanausbruchs halten es einige Geologen für möglich, das damit der Druck auf den Bárðarbunga wieder ansteigt, da die Magma nicht mehr entweicht. Es ist demzufolge auch möglich, das sich eine Spalte an anderer Stelle auftut.

Die Benennung des neuen Lavafeldes ist bisher nur provisorisch, auch wenn der isländische Wetterdienst in seinen Karten und Berichten von der Nornahraun spricht. Dieses geschieht hauptsächlich, um die Namensverwirrung mit Holuhraun zu vermeiden, da dieser Name bereits zwei ältere Eruptionen bezeichnet. Für die endgültige Benennung der Region ist die regionale Verwaltung zuständig – das Gebiet gehört verwaltungstechnisch zur Mývatnregion. Und dort gibt es noch andere Vorschläge, es bleibt also abzuwarten, wie der endgültige Name lauten wird.

Nach längerer Zeit gibt es auch wieder einmal neue Videobilder, hier beim Guardian gefunden. Sie zeigen schön die Aktivität der Spalte und den Lavasee, der sich im Krater gebildet hat.

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Ausbreitung der Lava

by Christian on 15 Januar, 2015

Die Ausbreitung der Lava der Nornahrauneruption ist recht gross und bedeckt mittlerweile gute 84 Quadratkilometer. Die Lava hat sich praktisch über die gesamte Sandebene der Holuhraun ausgebreitet und bedeckt das alte Lavafeld weitgehend. Sie breitet sich mittlerweile auch auf die Lava der letzten Askjaeruption in den 1920er Jahren aus und hat die F910 an mehreren Stellen verschüttet. Die Geologen gehen auch davon aus, das sich hinter dem Lavafeld zur Frühjahrschmelze Seen bilden werden, da sich die Lava auch in die Flußbetten der Gletscherflüsse (die im Moment nur relativ wenig Wasser führen) ausgebreitet hat.

Am besten lässt sich diese Ausbreitung auf Satellitenbildern sehen die jetzt von der NASA veröffentlicht wurden. Ich habe die Bilder wieder übereinandergelegt, das Bild was sichtbar ist, wenn der Schieber ganz rechts steht ist am 03. September 2014 (also ganz am Anfang der Eruption) aufgenommen, das zweite stammt vom 03. Januar 2015.

Bilder der Nornahrauneruption. Erstes Bild vom 03. September 2014, zweites Bild vom 03. Januar 2015. Bilder von der NASA.

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Entwicklung am Bárðarbunga [36.]

by Christian on 9 Januar, 2015

Nach einigen Tagen ist es jetzt auch mal wieder Zeit für ein Vulkanupdate (übrigens das erste in diesem Jahr) und da heisst es im wesentlichen: Es läuft weiter wie bisher.

Die Lava im Nornahraunfeld breitet sich weiter aus, sie bedeckt jetzt mindestens 83.8 Quadratkilometer. Nach neueren Messungen und Abschätzungen der freigesetzten Lavamenge wird die Eruption jetzt auch offiziell als grösste isländische Eruption seit dem Lakiausbruch bezeichnet. So sind nach Aussagen der Geologen mindestens 1.15 Kubikkilometer Lava freigesetzt worden.

Es gibt natürlich auch wieder neue Satellitenbilder, das erste wurde vom isländischen Wetterdienst veröffentlicht und zeigt ein Infrarotbild der Region, das kommentierte Bild stammt vom NASA Earth Observatory und zeigt ein Bild im sichtbaren Lichtbereich.

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Infrarotbild des Nornahrauneruptionsgebietes. Bild veröffentlicht vom isländischen Wetterdienst.

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Satellitenbild des Nornahraunlavafeldes. Original und höher aufgelöste Version bei NASA Earth Observatory.

Auch Bárðarbunga ist weiterhin aktiv, allerdings nimmt sowohl die Zahl der Erdbeben insgesamt und auch die Zahl der starken Erdbeben (>Stärke 3) ab. Das hängt vermutlich mit der abnehmenden Absenkung des Calderabodens. Hatte diese im Herbst noch bis zu 80 cm/Tag betragen, sind es jetzt nur noch 10-15 cm/Tag.

Wie sich Bárðarbunga weiterentwickeln wird ist unklar, es gibt aber Spekulationen unter den Geologen, das die Aktivität andere Vulkane im Vulkansystem aufwecken könnte. Einer der Kandidaten ist der Tungnafellsjökull, der seit Anfang der starken Aktivität in der Region ebenfalls seismische Aktivität zeigt.

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